Datum25.05.2026 05:00
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Sachsen sind zwischen 2015 und 2024 über 2.200 Menschen an Hautkrebs gestorben, wobei die Zahl der Fälle und Todesfälle steigt. Die Linke-Fraktionschefin Susanne Schaper kritisiert geplante Kürzungen bei der Hautkrebs-Früherkennung durch die Bundesregierung. Sie argumentiert, dass eine frühzeitige Erkennung heilbar ist und Kürzungen zu vermeidbaren Todesfällen führen. Schaper fordert die sächsische Regierung auf, zu intervenieren und betont, Prävention sei die beste Gesundheitspolitik.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Krankheiten“. Lesen Sie jetzt „Hautkrebs in Sachsen: Kritik an Kürzungen bei Früherkennung“. Mehr als 2.200 Menschen sind in den vergangenen Jahren in Sachsen an Hautkrebs gestorben. Zwischen 2015 und 2024 waren es exakt 2.225 Frauen und Männer, wie das Gesundheitsministerium in Dresden in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken im Landtag mitteilte. Die Zahl der Hautkrebsfälle stieg demnach seit 2015 mit leichten Schwankungen und stagniert seit etwa drei Jahren. Die Zahl der Todesfälle sank den Angaben zufolge zwischen 2015 und 2017 leicht, stieg seitdem aber deutlich an. Die Sterblichkeit ist vor allem bei älteren Patienten hoch. Nach Ansicht von Linke-Fraktionschefin Susanne Schaper - von Beruf Krankenschwester - ist diese Entwicklung vermeidbar. Es gehe darum, die Vorsorge auszubauen und nicht zu kürzen, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Wir alle freuen uns, dass die Sonne wieder öfter und länger scheint. Allerdings wächst so auch das Hautkrebs-Risiko. Diese gefährliche Erkrankung ist in vielen Fällen heilbar, aber nur dann, wenn sie früh erkannt und behandelt wird." Dafür seien regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen unerlässlich. Im besten Fall könnte die Zahl der Hautkrebs-Toten so auf null gesenkt werden. Schaper warf der Bundesregierung vor, nun einen entgegengesetzten Weg zu gehen. Sie sieht auch Handlungsbedarf in Sachsen: "Die Staatsregierung hat dazu erklärtermaßen noch keine Meinung." Die sollte sie sich schnellstens bilden und intervenieren. Es sei verantwortungslos, dass die Bundesregierung im Rahmen ihrer Kürzungspläne bei den Krankenkassen darüber nachdenke, die Hautkrebs-Früherkennungen einzuschränken. "So werden Erkrankungen später erkannt und können schlechter behandelt werden. Das führt zu genauso vielen oder gar noch mehr Todesfällen, die sämtlich vermeidbar wären." Statt alle Menschen in die Finanzierung des Gesundheitssystems einzubeziehen, würden Leistungen gekürzt, und die Versorgung werde verschlechtert – "vor allem zulasten jener Menschen, die Vorsorgeuntersuchungen nicht aus eigener Tasche bezahlen können", argumentierte Schaper. Es sei gut, dass eine Petition gegen Kürzungen bei der Hautkrebs-Vorsorge bereits hunderttausende Unterschriften erhalten habe: "Prävention ist die beste und kostengünstigste Gesundheitspolitik." © dpa-infocom, dpa:260525-930-125086/1