Gesetzliche Krankenversicherung: Wirtschaftsweiser stellt Beamtenstatus für Lehrkräfte infrage

Datum25.05.2026 03:31

Quellewww.zeit.de

TLDRWirtschaftsweise Achim Truger fordert die Einbeziehung von Beamten, insbesondere Lehrkräften und Professoren, in die gesetzliche Krankenversicherung. Er kritisiert, dass Beamte von der GKV ausgeschlossen sind und stattdessen privat versichert werden, was ihrer Meinung nach die GKV schwächen und zu einem "Klassensystem" führen könne. Truger schlägt vor, die Anzahl der Beamten zu reduzieren und sie stärker in die Solidargemeinschaft einzubinden, um die finanzielle Belastung der GKV-Beitragszahler zu verringern.

InhaltBeamte sollten nach Ansicht des Ökonomen Achim Truger in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen. Er plädiert dafür, Lehrer und Professoren nicht zu verbeamten. Der Wirtschaftsweise Achim Truger hat sich dafür ausgesprochen, Beamte in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) einzubeziehen. "Dass Beamte aus der gesetzlichen Krankenversicherung rausgehalten werden, halte ich für völlig falsch", sagte der Ökonom der Neuen Osnabrücker Zeitung. "Durch ihr gutes Gehalt könnten sie die Kassenlage der GKV durchaus stärken." Beamte sind in der Regel nicht gesetzlich, sondern privat krankenversichert. Truger stellte zudem infrage, "ob es überhaupt so viele Beamte braucht". Lehrer und Universitätsprofessoren müssten beispielsweise nicht zwingend verbeamtet werden. "Das wäre langfristig ein guter Weg, Staatsdiener stärker in die Solidargemeinschaft einzubinden, sonst hat man irgendwann eine Art Klassensystem", sagte das Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. "Dass es den Beamten zum Teil so gut geht, hängt auch damit zusammen, dass man das Leben der anderen über die Jahre verschlechtert hat." Die Beitragszahler müssten etwa für den Großteil der Kosten der Gesundheitsversorgung von Bürgergeldempfängern aufkommen. "Da macht sich der Bund einen schlanken Fuß", kritisierte Truger. Die Gesundheitskosten für Bürgergeldempfänger von schätzungsweise rund zwölf Milliarden Euro im Jahr werden bislang nur zum Teil aus dem Bundeshaushalt übernommen. Ein Großteil muss aus den Beitragseinnahmen der gesetzlichen Kassen gedeckt werden. Das bedeutet, dass Privatversicherte sich an der Finanzierung nicht beteiligen. Aktuell gibt es deutschlandweit rund zwei Millionen Menschen mit einem Beamtenstatus, einschließlich Justiz und Bundeswehr. Vor Kurzem hatte auch der Bund der Steuerzahler die hohe Zahl an Beamtinnen und Beamten kritisiert und sich dafür ausgesprochen, das Berufsbeamtentum umzubauen. Auch hier richtete sich die Kritik unter anderem gegen die Verbeamtung im Bildungswesen. Der Beamtenstatus werde genutzt, um den Staatsdienst attraktiver zu machen. Aus Sicht des Verbands sollte die Zahl der Beamten auf "deutlich unter eine Million" gedrosselt werden.