Soziale Ungleichheit: Wirtschaftsweiser will Beamte in gesetzliche Krankenversicherung holen

Datum25.05.2026 01:50

Quellewww.spiegel.de

TLDRWirtschaftsweise Achim Truger kritisiert, dass Beamte privat statt gesetzlich krankenversichert sind. Er fordert ihre Einbeziehung in die GKV zur Stärkung der Kassenlage. Truger hinterfragt zudem die Notwendigkeit der hohen Beamtenzahl und schlägt vor, Berufe wie Lehrer nicht zu verbeamten, um eine Klassenbildung zu vermeiden. Er argumentiert auch, dass die GKV überproportional die Gesundheitskosten von Bürgergeldempfängern trägt, während Privatversicherte und der Bund weniger beitragen.

InhaltBeamte sind in der Regel nicht gesetzlich, sondern privat krankenversichert. Der Wirtschaftsweise Achim Truger hält das für falsch. Und er stellt infrage, "ob es überhaupt so viele Beamte braucht". Der Wirtschaftsweise Achim Truger spricht sich für die Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) aus. "Dass Beamte aus der gesetzlichen Krankenversicherung rausgehalten werden, halte ich für völlig falsch", sagte der Ökonom der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Und weiter: "Durch ihr gutes Gehalt könnten sie die Kassenlage der GKV durchaus stärken." Beamte sind in der Regel nicht gesetzlich, sondern privat krankenversichert. Behalten Sie den Überblick: Jeden Werktag gegen 18 Uhr beantworten SPIEGEL-Autorinnen und -Autoren die wichtigsten Fragen des Tages im Newsletter "Die Lage am Abend" – hintergründig, kompakt, kostenlos. Hier bestellen Sie Ihr News-Briefing als Mail. Truger stellte zudem infrage, "ob es überhaupt so viele Beamte braucht". Lehrer und Universitätsprofessoren müssten beispielsweise nicht zwingend verbeamtet werden. "Das wäre langfristig ein guter Weg, Staatsdiener stärker in die Solidargemeinschaft einzubinden, sonst hat man irgendwann eine Art Klassensystem", sagte das Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. "Dass es den Beamten zum Teil so gut geht, hängt auch damit zusammen, dass man das Leben der anderen über die Jahre verschlechtert hat." Die Beitragszahler müssten etwa für den Großteil der Kosten der Gesundheitsversorgung von Bürgergeldempfängern aufkommen. "Da macht sich der Bund einen schlanken Fuß", sagte Truger. Die Gesundheitskosten für Bürgergeldempfänger von schätzungsweise rund zwölf Milliarden Euro im Jahr werden bislang nur zum Teil aus dem Bundeshaushalt übernommen – ein Großteil muss aus den Beitragseinnahmen der gesetzlichen Kassen gedeckt werden (mehr dazu hier ). Das bedeutet, dass Privatversicherte sich an der Finanzierung nicht beteiligen.