Datum23.05.2026 23:10
Quellewww.spiegel.de
TLDRTrotz eines 6:2-Sieges gegen Österreich steht die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft vor dem WM-Aus. Die Niederlage Lettlands gegen die USA verhinderte den erhofften Schützenhilfe. Deutschland benötigt nun einen Sieg gegen Großbritannien und weitere günstige Ergebnisse. Lukas Reichel erzielte einen Dreierpack, doch die Chancen auf das Viertelfinale sind mathematisch gering und die Enttäuschung groß.
InhaltDer zweite deutsche Erfolg bei der Eishockey-WM blieb eine Randnotiz: Weil die Schützenhilfe der USA ausblieb, ist das Aus für das DEB-Team kaum noch abzuwenden. Da half auch ein Dreierpack von Lukas Reichel nichts. Rivale Österreich bezwungen, Dreierpack von NHL-Profi Lukas Reichel, aber das Viertelfinale bei der Eishockey-WM in der Schweiz wird immer unwahrscheinlicher: Die deutsche Nationalmannschaft steht vor der dritten Turnier-Enttäuschung in Serie. Der 6:2 (0:0, 2:1, 4:1) gegen Österreich sorgte zwar für den zweiten Erfolg in Zürich. Da Lettland zuvor den strauchelnden Weltmeister USA mit 4:2 besiegte, sind die Chancen auf die K.o.-Runde gesunken. Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes benötigt viel Schützenhilfe und einen Sieg gegen Großbritannien am Montag (20.20 Uhr/ProSieben und MagentaSport). Ernüchterung gab es lange vor dem ersten Bully. Der lettische Sieg gegen die schwächelnden US-Amerikaner änderte die Ausgangslage deutlich. Die deutsche Mannschaft muss auf Patzer Lettlands gegen die Außenseiter Großbritannien oder Ungarn hoffen. Es gibt zwar rechnerisch weitere Möglichkeiten für ein Weiterkommen, die sind aber äußerst unwahrscheinlich. Es droht für den Vize-Weltmeister von 2023 das nächste enttäuschende Turnier. Im vergangenen Jahr schied die DEB-Auswahl in Dänemark ebenfalls in der Vorrunde aus. Das schwache 2:6 gegen die Slowakei im Viertelfinale bei Olympia mit sämtlichen NHL-Stars um Leon Draisaitl sorgte für eine große Enttäuschung. Nun steht Deutschlands Eishockey vor dem nächsten Tiefschlag. Euphorie vor der Heim-WM im kommenden Jahr in Düsseldorf und Mannheim kam nicht auf – im Gegenteil. Auch das erste Drittel gegen Österreich sorgte nicht unbedingt für neue Hoffnungen. Der Gegner besaß die besseren Möglichkeiten und wirkte trotz des 0:9 vor drei Tagen gegen die Schweiz selbstbewusster. Der Weltranglistenelfte hat im Gegensatz zur deutschen Mannschaft die besseren Chancen auf das Viertelfinale. "Es war ein sehr physisches Spiel", erklärte Kapitän Moritz Seider bei ProSieben. "Wir müssen jetzt die Scheiben mehr auf das Tor bringen." Dies beherzigten zunächst jedoch die Österreicher. Leon Wallner (23. Minute) stand am kurzen Pfosten goldrichtig und ließ NHL-Torhüter Philipp Grubauer aus kurzer Distanz keine Abwehrchance. Deutschlands reagierte schnell: Lukas Reichel (24.) von den Boston Bruins nutzte nach Vorlage von Joshua Samanski und Frederik Tiffels die Chance zum Ausgleich. Deutschlands Top-Reihe wirbelte weiter und wurde belohnt. Samanski von den Edmonton Oilers traf nach Zuspiel von Tiffels und Reichel zum 2:1 (34.). "Mit so guten Spielern zusammenspielen, macht riesig Spaß", erklärte Samanski. "Wir müssen jetzt so weiterspielen." Nicht mehr mit dabei war dagegen Dominik Kahun. Der Stürmer bekam im zweiten Drittel einen Schläger ins Gesicht und kehrte nicht wieder auf das Eis zurück. Die DEB-Auswahl zeigte sich auch ohne Kahun weiter in Torlaune. Reichel (46.) mit seinem zweiten Treffer und Manuel Wiederer (49.) von den Eisbären Berlin erhöhten auf 4:1. Nach dem 2:4 durch Österreichs Vinzenz Rohrer (49.) erzielte Reichel seinen dritten Treffer. Alexander Ehl (55.) von Adler Mannheim war für den 6:2-Endstand verantwortlich.