Datum23.05.2026 22:30
Quellewww.spiegel.de
TLDRCristian Mungiu gewinnt mit "Fjord" die Goldene Palme in Cannes. Valeska Grisebach erhielt den Preis der Jury für "Das geträumte Abenteuer". Der Film "Fjord" thematisiert den Konflikt eines streng religiösen Paares mit den Behörden. Der Große Preis der Jury ging an Andrej Swjaginzew für "Minotaur", ein gesellschaftskritischer Thriller mit Bezügen zum Ukraine-Krieg. Weitere Auszeichnungen gab es für beste Regie, Drehbuch sowie Schauspiel. Barbra Streisand erhielt eine Goldene Ehrenpalme.
InhaltDer Film "Fjord" des rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu ist von der Jury in Cannes mit dem Hauptpreis des Festivals ausgezeichnet worden. Auch die deutsche Regisseurin Valeska Grisebach wurde geehrt. Ein streng religiöses rumänisch-norwegisches Paar, das mit den Behörden in Konflikt kommt: Mit seinem Film "Fjord" hat der rumänische Regisseur Cristian Mungiu die Goldene Palme der Filmfestspiele von Cannes gewonnen. Der Film setzte sich gegen 21 andere Wettbewerbsfilme durch. Für Mungiu ist es bereits die zweite Goldene Palme. 2007 hatte sein Film "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" die Auszeichnung erhalten. Sebastian Stan und Renate Reinsve spielen in "Fjord" ein Ehepaar, das mit seinen fünf Kindern in ein abgelegenes norwegisches Dorf zieht. Als bei ihrer Tochter Verletzungen festgestellt werden, geraten die Eltern unter Verdacht, ihr Kind körperlich misshandelt zu haben. In seiner Dankesrede betonte Mungui, der Film sei "Ausdruck des Engagements gegen Radikalismus". Der Große Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung des Festivals, ging an den russischen Regisseur Andrej Swjaginzew für seinen gesellschaftskritischen Thriller "Minotaur". Der Film erzählt von einem russischen Geschäftsmann, der in seiner Firma vor große Herausforderungen gestellt wird und eine Affäre seiner Frau aufdeckt. Swjaginzew verwebt die Geschichte mit der Allgegenwärtigkeit des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Den Preis der Jury erhielt die deutsche Regisseurin Valeska Grisebach für ihren Film "Das geträumte Abenteuer". Entschieden hat eine Jury unter dem Vorsitz des südkoreanischen Regisseurs Park Chan-wook. Den Preis für die beste Regie teilten sich direkt drei Regisseure: die Spanier Javier Calvo und Javier Ambrossi für das Drama "The Black Ball" ("La bola negra") und der polnische Filmemacher Pawel Pawlikowski für "Vaterland". Der Film mit Sandra Hüller erzählt von einem gemeinsamen Roadtrip von Thomas Mann und Erika Mann durch das zerstörte Nachkriegsdeutschland im Jahr 1949. Als beste Schauspieler wurden Emmanuel Macchia und Valentin Campagne für ihre Rollen in dem Film "Coward" des belgischen Regisseurs Lukas Dhont ausgezeichnet. Darin spielen sie zwei Soldaten im Ersten Weltkrieg, die sich ineinander verlieben. Virginie Efira und Tao Okamoto wurden als beste Schauspielerinnen für das Drama "All of a Sudden" ("Soudain") geehrt. In dem Film entwirft der Japaner Ryūsuke Hamaguchi ein leises, aber eindringliches Drama über zwei Frauen, deren Begegnung ihr Leben auf unerwartete Weise verschiebt. Der Preis für das beste Drehbuch ging an den Franzosen Emmanuel Marre für "A Man of His Time" ("Notre Salut"). In dem Film verarbeitet der Regisseur einen Teil seiner Familiengeschichte während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich. Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert würdigte die US-Schauspielerin Barbra Streisand, die mit einer Goldenen Ehrenpalme ausgezeichnet wurde, den Preis aber wegen einer Knieverletzung nicht persönlich entgegennehmen konnte. Streisand bedankte sich per Videobotschaft und sagte, Filme hätten "diese magische Fähigkeit", Menschen zu vereinen.