Datum23.05.2026 21:50
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Afrikanische Union warnt vor einer Ausweitung des Ebola-Ausbruchs (Bundibugyo-Variante) auf zehn weitere Länder Zentralafrikas, darunter Südsudan und Ruanda. Uganda meldet drei neue Fälle, insgesamt fünf. In der Demokratischen Republik Kongo, dem Epizentrum, starben drei Rotkreuz-Freiwillige, die sich mutmaßlich bereits Ende März infizierten. Der Ausbruch blieb längere Zeit unentdeckt. WHO stuft die Gefahr in der DR Kongo als "sehr hoch" ein. Es gibt keinen Impfstoff oder Therapie.
InhaltDie Afrikanische Union warnt vor einer Ausweitung des Ebola-Ausbruchs auf zehn weitere Länder in Zentralafrika. In Uganda gibt es drei neue Fälle. Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda droht sich offenbar auf zehn weitere Länder Zentralafrikas auszuweiten. Als gefährdet gelten nach Einschätzung der Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (Africa CDC) der Südsudan, Ruanda, Kenia, Tansania, Äthiopien, die Republik Kongo, Burundi, Angola, die Zentralafrikanische Republik und Sambia. Unterdessen meldete Uganda drei weitere Fälle. Damit stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in dem Land auf fünf. Das Rote Kreuz teilte zudem mit, dass drei Freiwillige in der Demokratischen Republik Kongo gestorben seien. Sie hatten sich vermutlich Ende März in der Provinz Ituri infiziert, dem Epizentrum der Epidemie. Der Ausbruch hat möglicherweise früher begonnen als bisher angenommen. Drei freiwillige Helfer des Roten Kreuzes haben sich nach Angaben der Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) wahrscheinlich bereits am 27. März infiziert, als sie in der Provinz Ituri mit Toten in Kontakt kamen. Zu diesem Zeitpunkt waren sie in einer anderen humanitären Mission im Einsatz, der Ebola-Ausbruch war noch nicht bekannt. Die drei starben am 5., 15. und 16. Mai. Bislang galt ein am 24. April behandelter und drei Tage später verstorbener Mann aus dem Kongo als früheste bekannte Infektion. Im Labor bestätigt wurden die ersten Fälle erst am 15. Mai, zwei Tage später erklärte die WHO eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite. Fachleute gehen davon aus, dass der Ausbruch über Wochen unentdeckt blieb: Häufungen ungeklärter Todesfälle wurden zwar untersucht, herkömmliche Tests schlugen bei der seltenen Bundibugyo-Variante jedoch zunächst nicht an. Die Weltgesundheitsorganisation hatte die Gesundheitsgefahr für die Bewohnerinnen und Bewohner des Kongo am Freitag auf die Stufe "sehr hoch" angehoben. Die Zahl der Verdachtsfälle in dem Land ist nach Angaben der WHO auf rund 750 gestiegen, in 177 Todesfällen wird das Virus als Ursache vermutet. Bestätigt sind bislang 82 Infektionen und sieben Todesfälle. Das Ebola-Virus wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten Infizierter übertragen. Die Inkubationszeit kann bis zu drei Wochen betragen. Verursacht wird die aktuelle Epidemie von der erstmals 2007 nachgewiesenen Bundibugyo-Variante. Gegen sie gibt es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine gezielte Therapie.