Datum23.05.2026 20:28
Quellewww.spiegel.de
TLDRGeorge Russell gewann den Sprint in Kanada nach einem harten Duell mit seinem Mercedes-Teamkollegen Kimi Antonelli. Antonelli, der seine Führung in der WM leicht einbüßte, beschwerte sich über Funk, wurde aber vom Teamchef zur Konzentration ermahnt. Lando Norris überholte Antonelli und wurde Zweiter. Das Rennen zeigte Spannungen innerhalb des Mercedes-Teams vor der Qualifikation für den Großen Preis.
InhaltEigentlich kann Mercedes jubeln – der Sprint in Kanada verläuft nach Wunsch für den Rennstall. Aber das Duell zwischen George Russell und Kimi Antonelli eskaliert. George Russell hat mit aller Macht gegen seinen wütenden Mercedes-Teamkollegen Kimi Antonelli im Formel-1-Titelkampf zurückgeschlagen. In einem knallharten Duell sicherte sich der Brite den Sieg beim Sprintrennen in Montréal. WM-Spitzenreiter Antonelli, der zweimal bei Manövern gegen Russell übers Gras rumpelte und am Funk wild schimpfte, kam auf Platz drei auch noch hinter Titelverteidiger Lando Norris im McLaren. Im WM-Klassement büßte der 19-Jährige von seinem 20-Punkte-Vorsprung zwei ein und bekam noch eine Ansage vom Teamchef nach der Zieldurchfahrt. "Wir besprechen das intern, nicht übers Teamradio", sagte Toto Wolff. Viel Zeit zum Reden haben sie heute nicht mehr – um 22 Uhr MESZ (Sky) steht die Qualifikation für den Großen Preis von Kanada auf dem Circuit Gilles Villeneuve an. Aber erst einmal stand der Sprint an: 23 Runden – kein Reifenwechsel. Und die ersten Reihen machten jeweils die Teamkollegen unter sich aus. Mercedes mit Russell und Antonelli ganz vorn, dahinter Norris und Oscar Piastri im McLaren, gefolgt von Lewis Hamilton und Charles Leclerc im Ferrari und Max Verstappen sowie Isack Hadjar im Red Bull. Nico Hülkenberg hatte in der Qualifikation tags zuvor als Elfter die Top Ten knapp verpasst. "Ich hoffe, dass wir einen sauberen Start hinlegen und die McLaren hinter uns halten", sagte Pole-Mann Russell noch bevor es losging. Es gelang beiden zumindest zu Beginn. Dahinter schaltete Hamilton, der 2007 den ersten seiner 105-Grand-Prix-Siege auf dem Kurs in Montréal gefeiert hatte, direkt in den Angriffsmodus und schnappte sich Piastri. An der Spitze fuhr das Silberpfeil-Duo schnell einen Vorsprung heraus. Norris lag in der dritten Runde bereits 2,5 Sekunden hinter Russell, der in China den ersten Sprint der Saison gewonnen hatte. Der Sieg beim zweiten Sprint war in Miami an Norris gegangen. Vorn machte Antonelli Druck auf Russell, beide schenkten sich nichts. Im Gegenteil: In Runde sechs berührten sich die beiden Wagen. Es wurde zum wilden Ritt, zweimal rumpelte Antonelli übers Gras, schimpfte via Funk und forderte sogar eine Strafe für den Teamkollegen. Profiteur war Norris, der an dem aufgebrachten und kaum zu beruhigenden Italiener vorbeizog. Es dauerte, bis der Chef vom Kommandostand ein Matchwort sprach und Antonelli aufforderte, sich auf das Rennen zu konzentrieren und sich nicht über Funk zu beschweren. Durch die beiden Knallhart-Manöver mit verbalem Nachspiel schien das Mercedes-Duo zunächst die Kontrolle über den Sprint verloren zu haben. Hinter Russell lauerte Norris, hinter Antonelli Hamilton. Doch der WM-Führende fing sich wieder und fuhr mit Wut im Bauch wieder näher an Norris und Russell heran. In der letzten Runde attackierte er Norris, musste aber erneut über Gras. Russell ließ sich den Sieg nach leicht kriselnden Wochen nach seinem Grand-Prix-Auftaktsieg in Melbourne nicht mehr nehmen.