Datum23.05.2026 19:03
Quellewww.spiegel.de
TLDRUber erwägt die Übernahme des Essenslieferdienstes Delivery Hero für 33 Euro pro Aktie. Delivery Hero bestätigte das Interesse, obwohl der aktuelle Aktienkurs höher liegt. Uber hält bereits knapp 20% der Anteile und baut seine Position weiter aus. Delivery Hero ist international stark, operiert aber nicht mehr in Deutschland, nachdem sein Deutschlandgeschäft an Lieferando verkauft wurde.
InhaltDas US-Unternehmen Uber hat Appetit auf den deutschen Essenslieferanten Delivery Hero und bietet offenbar 33 Euro pro Aktie. Doch die Wertpapiere werden aktuell noch höher gehandelt. Der US-Fahrdienstleister Uber ist an einer Komplettübernahme des deutschen Essenslieferdienstes Delivery Hero interessiert. Das im MDax notierte Unternehmen bestätigte ein Interesse durch den US-Konzern, der bereits ein Fünftel der Anteile hält und Zugriff auf weitere Aktien hat. Uber sei mit einem Angebot von 33 Euro pro Aktie auf die Gesellschaft zugekommen. Das wäre weniger als das Papier am Freitag gekostet hatte. Der Kurs der Delivery-Hero-Anteile zog in den vergangenen Tagen unter anderem wegen der Spekulation über eine mögliche Offerte durch Uber kräftig an. In den vergangenen zwei Wochen verteuerten sich die Anteile auf dem Handelsplatz Xetra um fast 70 Prozent auf 33,59 Euro am späten Freitagnachmittag. Nach Börsenschluss legte der Kurs auf der Handelsplattform Tradegate weiter auf 35,50 Euro zu. Das Unternehmen kommt damit auf einen Börsenwert von etwas mehr als zehn Milliarden Euro. Delivery Hero hat seinen Sitz in Berlin, ist aber seit dem Verkauf des Deutschland-Geschäfts an Just Eat Takeaway (Lieferando) hierzulande operativ nicht mehr aktiv. Das Unternehmen zählt allerdings wegen der starken Präsenz in Asien, Südeuropa, der arabischen Halbinsel und Afrika zu den weltweit größten Essenslieferdiensten. Uber betreibt mit Uber Eats selbst einen Essenslieferdienst – unter anderem auch in vielen Städten Deutschlands. Am Montag hatte Delivery Hero mitgeteilt, Uber halte nun 19,5 Prozent des ausgegebenen Kapitals von Delivery Hero sowie weitere 5,6 Prozent in Form von Optionen. Zuletzt hatte Uber seine Beteiligung schon von gut 7 Prozent auf fast 18 Prozent aufgestockt. Die niederländische Beteiligungsgesellschaft Prosus hatte sich im Zuge des Kaufs des Konkurrenten Just Eat Takeaway dazu bereit erklärt, ihre Beteiligung an Delivery Hero zu reduzieren. Uber spreche nun auch andere Anteilseigner an, hatte es in einem Bloomberg-Bericht unter Berufung auf Finanzkreise geheißen. Aktuell halten die Niederländer demnach noch etwa 16,8 Prozent, gefolgt von Aspex Management mit 14,4 Prozent. Die US-Bank Morgan Stanley, die den Kreisen zufolge Uber beim schnellen Ausbau seines Anteils mittels Derivaten geholfen hat, verfügt einer Pflichtmitteilung vom Freitag zufolge vor allem durch Finanzinstrumente indirekt über 30 Prozent.