Datum23.05.2026 13:15
Quellewww.spiegel.de
TLDRPapst Leo hat Unternehmen scharf kritisiert, die mit illegaler Müllentsorgung die Umwelt verseuchen und dabei immense Gewinne erzielen. Er appellierte an die Region Neapel, die unter den Folgen jahrzehntelanger illegaler Abfallentsorgung und Mafia-Verbindungen leidet und mit hohen Krebsraten kämpft. Der Papst, der die Tränen der Opfer sammelt, rief dazu auf, Macht und Reichtum zu widerstehen, wenn sie auf Kosten von Land, Wasser und Luft gehen. Er kritisierte, dass skrupellose Akteure zu lange ungestraft handeln konnten.
InhaltLange lag die Abfallentsorgung in Süditalien weitgehend bei Anbietern mit Mafia-Kontakten. Illegal verklappter Müll soll dort auch für zahlreiche Krebsfälle verantwortlich sein. Papst Leo hat Unternehmen kritisiert, die mit illegaler Müllentsorgung die Umwelt verseuchen und damit "schwindelerregende" Gewinne machen. Leo rief am Samstag in der Stadt Acerra nahe Neapel dazu auf, der Versuchung von Macht und Reichtum zu widerstehen, wenn diese mit der Verschmutzung von Land, Wasser und Luft einhergehe. Er wolle in der als "Feuerland" bekannten Region die Tränen der Familien sammeln, deren Angehörige durch Umweltverschmutzung gestorben seien, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche. Skrupellose Menschen und Organisationen hätten zu lange ungestraft handeln können. Die Abfallentsorgung in Süditalien lag jahrelang weitgehend in den Händen privater Betreiber, die Verbindungen zur neapolitanischen Mafia-Organisation Camorra hatten. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte 2025 geurteilt, dass die italienischen Behörden seit mindestens 1988 unzureichend gegen die illegale Müllentsorgung in der Region vorgegangen seien. Wegen der ungewöhnlich hohen Krebsraten unter den Anwohnern wird das Gebiet auch als "Todesdreieck" bezeichnet. Das Gericht gab der Regierung in Rom zwei Jahre Zeit, eine Datenbank zu Giftmülldeponien zu erstellen und die Öffentlichkeit über die Risiken aufzuklären. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ernannte daraufhin einen General zum Leiter einer Arbeitsgruppe, die den Opfern helfen und die Umweltsanierung vorantreiben soll.