Nach Abstürzen der 737 Max: Boeing muss LOT keinen Einnahmeausfall bezahlen

Datum23.05.2026 13:07

Quellewww.spiegel.de

TLDREin Gericht in Seattle hat entschieden, dass Boeing LOT Polish Airlines keine Entschädigung für Einnahmeausfälle zahlen muss, die durch die Bodenung der 737 Max nach zwei tödlichen Abstürzen entstanden sind. LOT hatte auf 215 Millionen Euro geklagt und Boeing "vorsätzliche und fahrlässige falsche Darstellungen" vorgeworfen. Boeing begrüßte das Urteil. Das Unternehmen sieht sich weiterhin mit Klagen von Angehörigen der Absturzopfer konfrontiert.

InhaltNach zwei Abstürzen mussten Boeing-Flugzeuge des Typs 737 Max monatelang am Boden bleiben. Die Fluggesellschaft LOT wollte sich daraufhin fehlende Einnahmen zurückholen. Es geht um viel Geld. Der US-Flugzeugbauer Boeing muss nicht für Einnahmeausfälle der polnischen Fluglinie LOT haften, nachdem Maschinen des Typs 737 Max infolge von Abstürzen monatelang am Boden bleiben mussten. Das entschied ein Gericht in Seattle im US-Bundesstaat Washington. Im Jahr 2018 war eine Maschine vom Typ Boeing 737 Max der Fluggesellschaft Lion Air verunglückt, 2019 eine 737 Max von Ethiopian Airlines. Insgesamt waren dabei 346 Menschen ums Leben gekommen. Im Anschluss hatte Boeing eingeräumt, ein fehlerhaftes Flugstabilisierungsprogramm verbaut zu haben, das zu den Abstürzen beigetragen habe. Wegen des Fehlers hatte die US-Luftfahrtbehörde angeordnet, alle 737-Max-Maschinen am Boden zu belassen, und zwar von März 2019 bis November 2020. Vor Gericht hatte die Fluggesellschaft LOT Einnahmeausfälle für diesen Zeitraum in Höhe von umgerechnet 215 Millionen Euro geltend machen wollen und das mit angeblichen "vorsätzlichen und fahrlässig falschen Darstellungen" Boeings begründet. Nach dem Urteil teilte die Airline der Nachrichtenagentur AFP mit, weitere rechtliche Schritte gegen den Flugzeugbauer zu prüfen. Boeing wiederum erklärte, sich über das "Urteil der Geschworenen zu unseren Gunsten" zu freuen. Darüber hinaus sieht sich der Flugzeugbauer mit Dutzenden Klagen von Angehörigen von Absturzopfern konfrontiert, von denen die Mehrheit bereits außergerichtlich beigelegt wurde. Erst in diesem Monat hatte allerdings ein US-Gericht der Familie eines Opfers umgerechnet 42,6 Millionen Euro Schadensersatz zugesprochen.