Datum23.05.2026 12:25
Quellewww.spiegel.de
TLDREin 19-Jähriger ist bei einem nächtlichen Aufstieg auf die Zugspitze ums Leben gekommen. Er rutschte auf einem Schneefeld aus und stürzte 250 Meter ab. Der junge Mann war mit einem Freund unterwegs, beide waren nicht ausreichend für winterliche Bedingungen ausgerüstet und trugen nur Grödel statt Steigeisen. Experten raten zu vollständiger Winterausrüstung.
InhaltExperten empfehlen Winterausrüstung und Steigeisen: Beides fehlte zwei jungen Männern, die nachts auf den höchsten Berg Deutschlands steigen wollten. Das Unterfangen endet in einer Katastrophe. Ein 19-Jähriger ist bei einem nächtlichen Aufstieg auf die Zugspitze ums Leben gekommen. Der junge Mann aus dem Kreis Paderborn in Ostwestfalen war mit einem gleichaltrigen Freund am Donnerstagabend von der Talstation in Ehrwald aufgebrochen, wie die Tiroler Landespolizeidirektion mitteilte. Auf halber Strecke zum Gipfel rutschte er gegen 3 Uhr in der Nacht bei der Querung eines Schneefeldes aus und stürzte rund 250 Meter über extrem steiles und felsdurchsetztes Gelände ab. Zuerst hatte "Bild" darüber berichtet . "Die beiden beabsichtigten während des Aufstiegs den Sonnenuntergang sowie nach dem Erreichen des Gipfels den Sonnenaufgang zu beobachten", schilderte die Landespolizeidirektion. Allerdings waren sie offenbar nicht angemessen auf die winterlichen Bedingungen im Hochgebirge vorbereitet: "Sie waren lediglich mit Wanderschuhen, Stirnlampen und Grödeln ausgerüstet", hieß es weiter. Grödel werden über die Schuhe gezogen und funktionieren mit kleinen Stiften oder Haken unter den Sohlen ähnlich wie Schneeketten an einem Autoreifen. Allerdings geben sie bei Schnee und Eis im alpinen Gelände wesentlich weniger Halt als die üblicherweise von Bergsteigern genutzten Steigeisen. Bergsteiger führen auf entsprechenden Touren normalerweise auch einen Pickel mit sich, um einen etwaigen Sturz auf einem Schneefeld abzufangen. Ein Pickel ist eine Art "Gehstock" mit einer spitzen Haue. Die Zugspitze ist mit knapp 3000 Metern der höchste Berg Deutschlands. Die von den beiden jungen Männern gewählte Tour über den Klettersteig Stopselzieher gilt als kürzester und vergleichsweise leichter Anstieg und startet auf der österreichischen Seite. Er wird aktuell allerdings wie auch die anderen Anstiege nur sehr erfahrenen Alpinisten mit entsprechender Winterausrüstung empfohlen. Der 19-Jährige zog sich bei seinem Absturz tödliche Verletzungen zu. Sein Begleiter setzte umgehend einen Notruf ab und wurde per Winde unverletzt von einem Hubschrauber aufgenommen. Der Abgestürzte wurde von einem anderen Hubschrauber geborgen.