Datum23.05.2026 12:00
Quellewww.spiegel.de
TLDRUli Hoeneß kritisiert im SPIEGEL-Gespräch Julian Nagelsmanns Kommunikation bezüglich Oliver Baumann als unfair. Er bemängelt, dass Nagelsmann die Nationalmannschaft nicht zum Einspielen genutzt habe. Hoeneß fordert zudem Joshua Kimmich zurück ins defensive Mittelfeld der DFB-Elf. Bezüglich des Kaders äußert er sich zurückhaltend. Das Gespräch thematisiert auch Hoeneß' persönliche Erfahrungen.
InhaltIm SPIEGEL-Spitzengespräch hat sich Uli Hoeneß zur Entscheidung im DFB-Tor geäußert. Die Kritik an Julian Nagelsmann erneuert er – und fordert eine andere Position für Joshua Kimmich. Im SPIEGEL-Spitzengespräch hat sich Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München, zu aktuellen Diskussionen rund um das DFB-Team geäußert. Die Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann, Manuel Neuer statt Oliver Baumann als Nummer eins zum WM-Turnier mitzunehmen, hat der 74-Jährige sportlich verteidigt. Für die Kommunikation rund um die Entscheidung zeigte er jedoch kein Verständnis: "Das war nicht in Ordnung, nicht fair." Es sei ein Fehler gewesen, bereits im Frühjahr die Entscheidung zu verkünden, dass Baumann die Nummer eins im DFB-Tor sei. Zudem erneuerte er seine Kritik an Nagelsmann, die vergangenen Partien nicht zum Einspielen genutzt zu haben. "Man hätte eine Mannschaft drei-, vier-, fünfmal zusammenspielen lassen müssen, um sie zu einer Einheit zu formen." Dies sei keine persönliche, sondern "sachlich-fachliche Kritik". Dass DFB-Kapitän Joshua Kimmich in der Nationalelf als Rechtsverteidiger aufgeboten wird, ist für Hoeneß nicht nachvollziehbar. "Joshua Kimmich brauche ich im Mittelfeld. Auf keinen Fall rechts hinten, Führungsspieler kann er da nicht sein." Im Mittelfeld benötige das Team "einen Bayern-Block" in Form von Kimmich und Aleksandar Pavlović. Der gestern nominierte deutsche Kader sei "gut, aber nicht Weltklasse". Im Gespräch mit Moderator Markus Feldenkirchen stellte Hoeneß auch seine persönliche Startelf für das WM-Turnier zusammen – und spielte das legendäre Elfmeterschießen des EM-Finals 1976 mitsamt seines verschossenen Strafstoßes mit Kick-Tipp-Figuren nach. Neben der aktuellen Situation zur Nationalmannschaft und der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko äußerte sich Hoeneß auch zu seiner Zeit im Gefängnis, die ungewisse Zukunft von Max Eberl beim FC Bayern München und seine Ablehnung der AfD. Das SPIEGEL-Spitzengespräch mit Markus Feldenkirchen und Uli Hoeneß ist ab Samstag um 14 Uhr auf SPIEGEL.de zu sehen.