Datum23.05.2026 09:31
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Fast-Fashion-Gigant Shein steht kurz vor der Übernahme der finanziell angeschlagenen US-Marke Everlane. Everlane, bekannt für sein Versprechen von langlebiger und nachhaltiger Mode, sieht sich wachsendem Druck im Einzelhandel ausgesetzt. Trotz der gegensätzlichen Geschäftsmodelle betont Everlane, eine unabhängige Marke zu bleiben und seinen Werten treu zu bleiben. Der finanzielle Rahmen der Übernahme wurde noch nicht bekannt gegeben. Shein steht in Europa wegen des Verkaufs problematischer Produkte in der Kritik.
InhaltEverlane war mit dem Versprechen angetreten, langlebige Mode zu schaffen. Doch das Unternehmen steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Helfen soll ausgerechnet Shein. Der in China gegründete und für seine billigen Produkte bekannte Versandhändler Shein steht kurz vor der Übernahme der US-Marke Everlane. Das bestätigte Everlane-Chef Alfred Chang in einer Stellungnahme, welche der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. Shein gilt als einer der Marktführer der von vielen Everlane-Kunden abgelehnten Fast Fashion – sogenannter Wegwerfmode. Everlane sehe sich in einem "sich rasant wandelnden Einzelhandelssektor" zunehmendem Druck ausgesetzt, sagte Chang. Das habe die ohnehin schon schwierige finanzielle Lage des Unternehmens weiter verschärft. Die Vereinbarung mit Shein sehe vor, dass Everlane "eine unabhängige Marke" bleibe und dabei "seinen Werten sowie seinen Verpflichtungen in puncto Nachhaltigkeit und außergewöhnlicher Qualität" treu bleibe. Everlane war 2010 gegründet worden. Das in San Francisco ansässige Unternehmen setzte es sich zum Ziel, den Ressourcenverbrauch bei der Herstellung seiner Kleidungsstücke zu begrenzen und dem Recycling von Materialien möglichst Vorrang zu geben. Zudem beanspruchte Everlane für sich, Produkte von "überdurchschnittlicher Langlebigkeit" entworfen zu haben. Everlane legte keinen Finanzrahmen der geplanten Übernahme offen. Die Website Puck News berichtete von einer Bewertung von 100 Millionen Dollar (86 Millionen Euro). In Europa gab es in den vergangenen Monaten heftige Kritik an Shein. Neben kindlich aussehenden Sexpuppen konnten Kundinnen und Kunden dort zeitweise auch genehmigungspflichtige Waffen und Medikamente kaufen.