Datum23.05.2026 08:51
Quellewww.spiegel.de
TLDR2025 verzeichnete Deutschland einen neuen Höchststand bei Einbürgerungen mit über 309.000 Fällen, übertrifft den Rekord von 2024. Dies wird auf die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts zurückgeführt, die es erlaubt, die doppelte Staatsbürgerschaft zu besitzen und die Aufenthaltszeit für Einbürgerungen auf fünf Jahre verkürzt. Einbürgerungen von Ukrainern werden erwartet, da die Fünfjahresfrist nun erreicht wird.
InhaltIm Jahr 2025 wurden laut einem Medienbericht mehr Menschen deutsche Staatsbürger als in den Jahren zuvor. Das liegt auch an einer Reform des Staatsangehörigkeitsrechts. In Deutschland zeichnet sich ein neuer Einbürgerungsrekord ab: Nach Recherchen der "Welt am Sonntag" erhielten im vergangenen Jahr mehr als 309.000 Menschen den deutschen Pass. Damit würde die Zahl über dem bundesweiten Rekordwert von knapp 292.000 Einbürgerungen im Jahr 2024 liegen. Die Daten stammen der Zeitung zufolge aus 14 Bundesländern, nur Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt fehlen. Aus den Ländern Niedersachsen, dem Saarland und Schleswig-Holstein gibt es keine Gesamtzahlen, allerdings hätten fast alle Städte und Kreise dieser Länder ihre Einbürgerungsdaten auf Anfrage zur Verfügung gestellt. Teilweise handelt es sich noch um vorläufige Werte. Mehrere Kommunen berichten demnach, dass sie aktuell rückläufige Antragszahlen feststellen. Allerdings schätzen mehrere Behörden, dass zunehmend Ukrainerinnen und Ukrainer nach dem deutschen Pass streben. "Da die erste große Fluchtwelle mit dem Beginn des Ukrainekonflikts am 24.02.2022 einsetzte, erreichen die ersten Geflüchteten die notwendige fünfjährige Voraufenthaltszeit im Frühjahr 2027", sagte ein Sprecher des Landkreises Aurich der Zeitung. Im März 2027 laufe der bislang gewährte kollektive Schutzstatus aus. "Um Rechtssicherheit zu erlangen, nutzen dann vermutlich viele Geflüchtete die verkürzte Fünfjahresfrist zur Einbürgerung, die durch die neue Zulassung der doppelten Staatsbürgerschaft zusätzlich an Attraktivität gewonnen hat." Andere Kommunen rechnen demnach ebenfalls mit steigenden Antragszahlen, betonen allerdings, dass für Ukrainerinnen und Ukrainer aus dem aktuellen Schutzstatus heraus kein Rechtsanspruch auf Einbürgerung bestehe. Eine Reform des Staatsangehörigkeitsrechts war Mitte 2024 in Kraft getreten. Seither dürfen Menschen neben der deutschen Staatsbürgerschaft ihre bisherige Staatsangehörigkeit behalten. Zudem reichen als allgemeine Voraussetzung fünf statt bisher acht Jahre Aufenthalt in Deutschland. An diesen Änderungen hält die neue Bundesregierung fest. Die Zahl von fast 292.000 Einbürgerungen im Jahr 2024 war ein Rekord seit Beginn der Statistik im Jahr 2000 und entsprach einem Anstieg von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Von den Eingebürgerten stammten 28 Prozent aus Syrien, gefolgt von Menschen aus der Türkei. Der Anstieg 2025 wäre nach den Zahlen der "Welt am Sonntag" mit sechs Prozent deutlich geringer.