Situation in der Region: Asiatische Tigermücke: Was es jetzt zu beachten gibt

Datum23.05.2026 05:00

Quellewww.zeit.de

TLDRMit steigenden Temperaturen wird die Asiatische Tigermücke in Deutschland aktiv. In Berlin gibt es etablierte Populationen, in Brandenburg bisher keine bekannten. Die Mücke ist klein, schwarz-weiß gestreift, tagaktiv und kann Krankheiten wie Dengue übertragen. Die Übertragung in Deutschland ist bislang nicht bestätigt, die Gefahr wird aber durch den Klimawandel als steigend eingeschätzt. Vorbeugung umfasst das Leeren stehender Wasseransammlungen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Situation in der Region“. Lesen Sie jetzt „Asiatische Tigermücke: Was es jetzt zu beachten gibt“. Mit den steigenden Temperaturen schlüpfen immer mehr Mücken in Deutschland. Auch die Asiatische Tigermücke ist jetzt wieder unterwegs. Das sollten Menschen in Berlin und Brandenburg jetzt wissen.  Nein, sagte Mückenexpertin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). "Wir haben keine Tigermücken aus Brandenburg bekommen, aus Berlin auch nicht, obwohl wir da ja etablierte Populationen haben. Aber auch diese Mücken werden jetzt aktiv werden mit den ansteigenden Temperaturen." Erfahrungsgemäß seien die ersten Tiere in Deutschland bei etablierten Populationen ab Ende Mai, Anfang Juni unterwegs. Werner leitet seit 2012 den sogenannten Mückenatlas und untersucht Mückenfunde aus ganz Deutschland. Bürgerinnen und Bürger, die eine Mücke finden, können sie fangen, einfrieren und per Post an Werner und ihr Team schicken.  In Berlin wurden seit 2017 vereinzelte Exemplare gefunden. 2021 wurde in einer Kleingartenanlage in Treptow-Köpenick erstmals die Etablierung einer Population nachgewiesen. Auch aus Neukölln gibt es Nachweise. Berlin ist der nördlichste Ort in Deutschland, an dem eine Population nachgewiesen wurde. In Brandenburg gibt es nach Angaben des Gesundheitsministeriums keine bekannten Populationen Die Asiatische Tigermücke ist nur etwa einen halben bis einen Zentimeter groß. Am gesamten Körper trägt sie auffällige schwarz-weiße Streifen. Allerdings gibt es auch heimische Arten mit schwarz-weißen Streifen, sagte Werner. Die Asiatische Tigermücke ist außerdem sehr stechfreudig und penetrant. Anders als viele heimische Mücken ist sie auch tagsüber aktiv. Die Tigermücke kann Krankheitserreger wie Dengue- und Chikungunya-Viren übertragen. Bisher ist in Deutschland kein Fall bekannt, bei dem eine hier lebende Tigermücke eine solche Erkrankung übertragen hat. Experten halten das aber nur für eine Frage der Zeit – vor allem wegen des Klimawandels. Die Tigermücke legt ihre Eier bevorzugt in kleinen Wasseransammlungen ab. Deshalb gilt: Topfuntersetzer und Gießkannen regelmäßig leeren, Regentonnen abdecken, Wasser in Vogeltränken und Planschbecken häufig wechseln. Autoreifen sollten im Trockenen gelagert werden. Gut sei es auch, natürliche Feinde der Asiatischen Tigermücke zu unterstützen, rät das Brandenburger Gesundheitsministerium. Dazu zählten Libellen, Frösche, Vögel und Lurche. Bei den Wald- und Wiesenmückenarten gibt es laut Werner in einigen Regionen Deutschlands bereits einen starken Anflug. In Brandenburg gebe es sehr viele Seen, deswegen seien aktuell "sehr, sehr viele Mücken" dieser Arten unterwegs. "Das sind große, große aggressive Mücken." Wald- und Wiesenmückenarten legen ihre Eier zum Beispiel in Pfützen oder Gräben im Wald ab. © dpa-infocom, dpa:260523-930-119278/1