Datum23.05.2026 05:01
Quellewww.spiegel.de
TLDRPakistan bemüht sich trotz widersprüchlicher Berichte um eine diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und Iran. Während der US-Außenminister von Fortschritten spricht, betont Teheran tiefe Differenzen. Medien berichten über mögliche neue US-Angriffe auf Iran, sollte keine Einigung erzielt werden. Der pakistanische Armeechef reiste zu Vermittlungsgesprächen nach Teheran, wobei sowohl Iran als auch Pakistan die Erwartungen dämpfen.
InhaltKommt eine Einigung oder droht im Irankonflikt die Eskalation? Pakistan versucht weiter zu vermitteln; der US-Außenminister spricht von Fortschritten. Zugleich berichten Medien über mögliche neue Angriffspläne von Präsident Trump. Die Informationen zum Stand der Verhandlungen zwischen den USA und Iran bleiben widersprüchlich. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, die USA hätten Fortschritte auf dem Weg zu einem Abkommen mit Iran erzielt, auch wenn noch Arbeit vor ihnen liege. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums betonte, die Differenzen zwischen beiden Seiten seien weiter tiefgreifend. Hinzu kommen Berichte mehrerer US-Medien über ein Treffen von US-Präsident Donald Trump mit seinen engsten Beratern am Freitagmorgen (Ortszeit), darunter Verteidigungsminister Pete Hegseth. Trump erwäge ernsthaft neue Angriffe auf Iran, sollte es bei den Verhandlungen mit Teheran keinen Durchbruch geben, berichten unter anderem das Portal "Axios" und der TV-Sender CBS . Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht getroffen worden, doch hochrangige Vertreter des Geheimdienstes und des Militärs hätten ihre Planungen für das verlängerte Wochenende angepasst und hielten sich für mögliche Schläge gegen Iran bereit, berichtet CBS. Der kommende Montag ist in den USA ein offizieller Feiertag: der Memorial Day zu Ehren der in Kriegen gefallenen US-Soldaten. Auch US-Präsident Trump hält sich die kommenden Tage frei. Er sagte die Teilnahme an der Hochzeit seines ältesten Sohnes Donald Trump Jr. ab: "Obwohl ich sehr gerne bei meinem Sohn, Don Jr., und dem neuesten Mitglied der Trump-Familie, seiner künftigen Frau Bettina, sein wollte, lassen die Umstände im Zusammenhang mit den Regierungsgeschäften und meine Liebe zu den Vereinigten Staaten von Amerika dies nicht zu", erklärte Trump am Freitag auf Truth Social. "Ich halte es für wichtig, während dieser wichtigen Zeit in Washington, D.C., im Weißen Haus, zu bleiben", schrieb Trump weiter. "Herzlichen Glückwunsch an Don und Bettina!" Angaben dazu, um was für eine "wichtige Zeit" es sich handele, machte Trump nicht. Zuvor hatte Trump mit Blick auf die Hochzeit seines ältesten Sohnes davon gesprochen, dass dies "kein gutes Timing" für ihn sei. "Ich habe da diese Sache namens Iran und andere Dinge", sagte er. Trumps und der ungeliebte Irankrieg. Jetzt muss der Präsident den Walmart-Indikator fürchten Ebenfalls am Freitag war Pakistans Armeechef Asim Munir im Zuge der Vermittlungsbemühungen seines Landes im Irankrieg zu einem Besuch in Teheran eingetroffen. Er sei vom iranischen Innenminister Eskandar Momeni und seinem pakistanischen Kollegen Mohsin Naqvi empfangen worden, erklärte das pakistanische Militär am Freitag. Pakistan tritt im Irankrieg als Vermittler zwischen den USA und Iran auf. Iranische Medien hatten am Donnerstag über Munirs geplante Reise nach Teheran berichtet. Der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei dämpfte jedoch die Erwartungen. Der Besuch bedeute nicht zwangsläufig, dass "wir einen Wendepunkt oder eine entscheidende Situation erreicht hätten". Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Iran und den USA seien "tiefgreifend und weitreichend", zitierte ihn die iranische Nachrichtenagentur Insa. Bakaei zufolge führte am Freitag auch eine Delegation aus Katar Gespräche mit dem iranischen Außenminister. "In den vergangenen Tagen haben viele Länder – sowohl aus der Region als auch von außerhalb – versucht, zur Beendigung des Krieges beizutragen", erklärte er. "Pakistan bleibt jedoch der offizielle Vermittler."