Datum23.05.2026 04:00
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Anteil der Radfahrer mit Schutzhelm ist 2025 laut einer Stichprobe der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (Bast) auf 37,0 Prozent gesunken. Dies ist der zweite Rückgang in Folge, obwohl der Anteil langfristig gestiegen ist. Kinder zwischen 6 und 10 Jahren tragen mit fast 72 Prozent am häufigsten Helme. Der ADFC empfiehlt Helme für bestimmte Gruppen, betont aber die Priorität sicherer Radinfrastruktur.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Mit oder ohne Schutzhelm?“. Lesen Sie jetzt „Stichprobe: Anteil der Radfahrer mit Helm geht wieder zurück“. Der Anteil der Fahrradfahrer mit einem Schutzhelm hat nach Beobachtungen der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (Bast) in jüngster Zeit etwas abgenommen. Das geht aus einer Stichprobe in ausgewählten Regionen für das Jahr 2025 hervor, zu denen unter anderem auch Duisburg und Münster in Nordrhein-Westfalen gehören. Die Helmtragequoten im Radverkehr seien hinter dem hohen Niveau der Vorjahre zurückgeblieben, berichtete die Bundesanstalt. Über alle Altersgruppen hinweg trugen 37,0 Prozent aller bei der Stichprobe 2025 beobachteten Radfahrer einen Schutzhelm. Das ist der zweite Rückgang in Folge: Im Jahr 2024 betrug die Quote 42,6 Prozent und im Jahr 2023 noch 44,4 Prozent. Langfristig betrachtet ist der Anteil der Fahrradfahrer mit einem Schutzhelm in den vergangenen 25 Jahren nach den Beobachtungen der Bundesanstalt aber deutlich angestiegen. Mit weitem Abstand am höchsten ist die Quote der Helm-tragenden Fahrradfahrer bei den Kindern im Alter von 6 bis 10 Jahren. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) empfiehlt besonders Kindern, älteren Menschen und ambitionierten Radfahrern das Helmtragen. Er setze sich aber in erster Linie für eine geschützte Radinfrastruktur und die Beruhigung des Autoverkehrs ein, weil das für das Verhindern von Unfällen am wichtigsten sei. "Sicheren Radverkehr gibt es nur auf sicheren Radwegen", sagte ein Sprecher. Bei der Bast-Stichprobe 2025 trugen fast drei von vier Kindern im Alter von 6 bis 10 Jahren einen Fahrradhelm. Das ist trotz eines deutlichen Rückgangs (71,8 Prozent nach 84,9 Prozent im Jahr 2024) der höchste Wert. Bei den 17- bis 21-Jährigen trägt nur jeder Fünfte einen Helm (20,1 nach 25,6 Prozent). Bei den 22- bis 30-Jährigen sieht es nicht viel anders aus (21,8 nach 30,5 Prozent). Nur bei den 11- bis 16-Jährigen stieg die Helmquote an (40,1 nach 37,8 Prozent). Die Beobachtungen erfolgen jeweils unter Berücksichtigung von Ferien- und Feiertagszeiten im Juni in den Regionen Amberg, Göppingen und Gotha sowie im September in den Regionen Duisburg, Münster und Potsdam. Die Erhebung erfolge an den seit den 1990er-Jahren nahezu unveränderten Standorten. Dabei wird der Verkehr laut Bast innerorts zwischen 7.00 und 18.00 Uhr beobachtet. Die Beobachtungen zu Schutzhelmen beim Fahrradfahren im Jahr 2025 bezogen sich auf 13.116 Radfahrer. Davon fuhren 9.187 Fahrer und Fahrerinnen herkömmliche Fahrräder. Hinzu kamen 3.929 Pedelecfahrer und -fahrerinnen. © dpa-infocom, dpa:260523-930-119151/1