Datum23.05.2026 01:35
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie US-Regierung erschwert den Erhalt der Greencard. Anträge auf dauerhaften Aufenthaltsstatus sollen künftig überwiegend im Heimatland gestellt werden. Bisher konnten auch Personen mit begrenztem Aufenthaltsrecht in den USA einen Antrag stellen, ein Verfahren, das jährlich mehr als die Hälfte der Greencards ausmachte. Davon betroffen sind auch Fachkräfte wie Ärzte und Professoren. Diese Verschärfung steht im Kontext einer generell restriktiveren Einwanderungspolitik der US-Regierung.
InhaltDie US-Regierung erschwert den Weg zur Greencard: Wer dauerhaft in den USA leben will, soll seinen Antrag künftig meist im Heimatland stellen. Das trifft auch Ärzte, Professoren und Geschäftsleute. Anträge auf einen dauerhaften Aufenthaltsstatus in den USA sollen nach dem Willen der US-Regierung künftig vorwiegend aus dem Ausland gestellt werden. Wer sich für eine sogenannte Greencard und damit auf einen dauerhaften Aufenthaltsstatus bewerben möchte, solle dazu in der Regel das konsularische Verfahren im Heimatland nutzen, heißt es in einer Anweisung der zuständigen Einwanderungsbehörde. Effektiv setzt die US-Regierung damit höhere Hürden für den Erhalt der Greencard. Bisher war es Urlaubern, Studenten oder anderen Besuchern mit begrenztem Aufenthaltsrecht unter bestimmten Bedingungen möglich, sich auch in den USA auf eine Greencard zu bewerben. Nach Angaben der "Washington Post" geht jährlich mehr als die Hälfte der erteilten Greencards auf dieses Verfahren zurück. Voraussetzung dafür ist unter anderem, dass die Absicht auf einen längeren Aufenthalt nicht von Beginn an bestand. "Das wird Tausende und Abertausende von Menschen betreffen", sagte Elizabeth Goss, die sich als Anwältin für die Rechte von Einwanderern einsetzt, der "Washington Post". Goss stellte den Schritt als unbegründete Verschärfung dar, die kein Sicherheitsproblem als Ursache habe. Er treffe Menschen, die bereits von den Behörden geprüft worden seien. "Davon betroffen sind Ärzte, Professoren, Forscher und Geschäftsführer." Seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump hat die Regierung ihren Kurs in der Einreise- und Migrationspolitik erheblich verschärft. Die besonders drastischen Maßnahmen wie Einreisestopps oder Kautionen richten sich jedoch vor allem gegen Bürger aus dem Nahen Osten oder Afrika. Im vergangenen Dezember führte Trump eine "Gold Card" für reiche Einwanderer ein. Für den Betrag von einer Million US-Dollar, umgerechnet rund 855.000 Euro, können sich Vermögende aus dem Ausland seitdem ein Aufenthaltsrecht in den USA erkaufen. "Im Grunde ist es die Greencard auf Steroiden", prahlte er damals. Der Erfolg des Programms scheint sich aber bisher in Grenzen zu halten. Demnach hat die US-Regierung bis Ende April 2026 genau eine "Gold Card" verkauft.