Portugal: Polizei fasst Mutter der mutmaßlich ausgesetzten Kleinkinder

Datum21.05.2026 22:45

Quellewww.spiegel.de

TLDRIn Portugal wurden die Mutter und der Stiefvater zweier kleiner Jungen festgenommen, die weinend an einer Landstraße gefunden wurden. Die Kinder, drei und fünf Jahre alt, gaben zu, von ihren Eltern mit verbundenen Augen zurückgelassen worden zu sein. Beide Verdächtigen stehen unter anderem im Verdacht der häuslichen Gewalt und Aussetzung. Die Mutter wird auch in Frankreich gesucht.

InhaltEin fünfjähriger Junge und sein dreijähriger Bruder wurden zuletzt weinend an einer Landstraße in Portugal entdeckt. Gegenüber der Polizei machten sie verstörende Angaben. Jetzt wurden Mutter und Stiefvater festgenommen. Nach der mutmaßlichen Aussetzung von zwei französischen Kleinkindern in Portugal sind die Mutter und der Stiefvater Medienberichten zufolge festgenommen worden. Einem Passanten seien die beiden auf der Terrasse eines Cafés in dem bekannten Wallfahrtsort Fátima in Zentralportugal aufgefallen. Das berichtete der staatliche portugiesische TV-Sender RTP unter Berufung auf eine Mitteilung der Nationalgarde der Republik (GNR). Die beiden Kinder sind drei und fünf Jahre alt. Mutter und Stiefvater stehen laut der potugiesischen Zeitung "Correio da Manha" "im Verdacht, Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt sowie Aussetzung und Vernachlässigung begangen zu haben", zitierte RTP aus der Mitteilung der Nationalgarde. Die Festnahmen stünden im Zusammenhang mit den zwei kleinen Kindern, die allein an einer Straße in der Gemeinde Alcácer do Sal gefunden wurden, habe die GNR bestätigt. Die beiden Kinder waren weinend entdeckt worden. Ein Mann fand die beiden nahe der Ortschaft Monte Novo do Sul rund 60 Kilometer südöstlich von Lissabon und brachte sie zur Polizei, wie die Zeitung "Correio da Manhã  ", der TV-Sender "SIC Notícias  " und weitere örtliche Medien unter Berufung auf die Behörden berichteten. Der Mann schilderte "SIC Notícias", das ältere Kind habe ihm erzählt, dass die Eltern sie unter dem Vorwand eines Spiels verlassen hätten. "Als ich in ihre Rücksäcke sah, war mir sofort klar, dass sie ausgesetzt worden waren", sagte der Mann. "Dort waren nämlich komplette Wechselkleidung, Kekse, Obst und eine Flasche Wasser." Die beiden blonden Jungs hatten Polizeiinformationen zufolge keine Ausweise bei sich. Sie erzählten Beamten der GNR, ihre Mutter und ihr Stiefvater hätten sie mit verbundenen Augen im Wald allein gelassen. Als sie die Augenbinden abgenommen hätten, seien die Eltern weg gewesen, so die Berichte. Seit Mittwochvormittag waren die Kinder in Obhut der französischen Botschaft. Informationen der französischen Zeitung "Le Parisien" zufolge wird die 41 Jahre alte Mutter mit den beiden Kindern von den französischen Behörden bereits intensiv gesucht. Die Frau soll in Frankreich einen 16 Jahre alten Sohn zurückgelassen haben. Bei der Staatsanwaltschaft in Colmar im Elsass sei demnach ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Aussetzung Minderjähriger eingeleitet worden.