Datum21.05.2026 20:38
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Bundestag hat den Neubau der Bahnstrecke Dresden-Prag beschlossen, inklusive eines 30 km langen Tunnels durch das Erzgebirge. Dieses europäische Schlüsselvorhaben, das die Fahrzeit auf eine Stunde verkürzen soll, ist Teil des Hochgeschwindigkeitskorridors Berlin-Prag-Wien. Die Gesamtkosten werden auf mindestens 5,6 Milliarden Euro geschätzt. Finanzierung und Detailplanung müssen noch gesichert werden, doch die EU signalisiert Unterstützung. Baubeginn ist frühestens Ende 2032 geplant.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Verkehr“. Lesen Sie jetzt „Bundestag billigt Neubaustrecke Dresden-Prag“. Die Pläne für den Neubau der Bahnstrecke von Dresden nach Prag haben eine wichtige Hürde im Bundestag genommen. Die Abgeordneten stimmten am Abend für das Vorhaben, einschließlich eines rund 30 Kilometer langen Tunnels durch das Erzgebirge. Mit der Parlamentsentscheidung ist der Weg für die konkrete Detailplanung geebnet. Bis zum Beginn der Bauarbeiten dürften aber noch einige Jahre vergehen - zumal die staatliche Finanzierung bislang nicht gesichert ist. Unterstützung im Bundestag fanden außerdem der zweigleisige Ausbau der überlasteten Sylt-Anbindung sowie der teilweise Neubau der Bahnverbindung zwischen Ulm und Augsburg. Die neue Trasse nach Prag ist etwa 150 Kilometer lang. Kernstück ist ein 30 Kilometer langer Tunnel durch das Osterzgebirge zwischen Heidenau und Chabařovice. Mit etwa 18 Kilometern auf deutscher Seite wäre er der längste Eisenbahntunnel Deutschlands. Momentan brauchen Züge zwischen Dresden und Prag etwa 2,5 Stunden. Künftig soll sich die Fahrt auf eine Stunde verkürzen. Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) hatte jüngst von einem bedeutenden europäischen Schlüsselvorhaben gesprochen. Die EU stehe bereit, es kräftig mitzufinanzieren. Dafür brauche es Planungssicherheit, den Staatsvertrag mit Tschechien und die nötigen Mittel im Bundeshaushalt. Den Angaben zufolge werden für die weiteren Planungsschritte im Bundeshaushalt 2027 rund 20 Millionen Euro gebraucht. Die Neubaustrecke sei ein zentraler Baustein des geplanten internationalen Hochgeschwindigkeitskorridors zwischen Berlin, Prag und Wien, heißt es auch aus dem Bundesverkehrsministerium. Die Kosten werden auf mindestens rund 5,6 Milliarden Euro geschätzt. Bisher ist geplant, dass die Bauarbeiten Ende 2032 beginnen und die Trasse zwölf Jahre später in Betrieb gehen soll. "Über 30 Jahre nach der europäischen Wiedervereinigung braucht es endlich die Realisierung der Neubaustrecke Dresden-Prag als Beitrag zu noch engeren deutsch-tschechischen Beziehungen", betonte die Bundestagsabgeordnete Paula Piechotta (Grüne). © dpa-infocom, dpa:260521-930-113298/1