Linke-Antrag beschlossen: Bessere Versorgung für Betroffene sexueller Gewalt

Datum21.05.2026 19:17

Quellewww.zeit.de

TLDRDas Parlament in Erfurt hat einen Antrag der Linke-Fraktion verabschiedet, der den Zugang zur vertraulichen Spurensicherung für Betroffene sexueller Gewalt verbessern soll. Der Freistaat übernimmt weiterhin Kosten für Personen ohne Krankenversicherung. Der Ausbau der vertraulichen Spurensicherung auf weitere Kliniken in Thüringen ist geplant. Eine Informationskampagne soll die bekannnte Form der Spurensicherung fördern, da viele Opfer bisher keine Strafanzeige erstatten.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Linke-Antrag beschlossen“. Lesen Sie jetzt „Bessere Versorgung für Betroffene sexueller Gewalt“. Betroffene sexueller Übergriffe und von Vergewaltigungen sollen einen besseren Zugang zur vertraulichen Spurensicherung bekommen. Einen entsprechenden Antrag der Linke-Fraktion verabschiedete das Parlament in Erfurt mit Stimmen aller Fraktionen. Er sieht auch vor, dass der Freistaat weiterhin Kosten dafür übernimmt, wenn betroffene keine Krankenversicherung haben.  Die Linke-Abgeordnete Lena Saniye Güngör sagte, Betroffene stellten in höchsten zehn Prozent der Fälle tatsächlich Strafanzeige. "Gewalt ist weiterhin tief verankert in unserer Gesellschaft." Besonders Frauen und Kinder seien betroffen. Es sei beängstigend, dass viele Opfer sexueller Gewalt den Täter bereits kannten. Der Antrag sieht zudem vor, dass die Landesregierung die vertrauliche Spurensicherung weiter ausbauen soll. Derzeit erfolgt in Thüringen die anonyme Sicherung von Spuren ausschließlich über die Rechtsmedizin des Jenaer Universitätsklinikums. Das soll sich ändern. Geplant sind demnach Kooperationsvereinbarungen mit Kliniken in Zentral-, Ost-, Süd-, West- und Nordthüringen, die bis 30. September unter Dach und Fach sein sollen. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Cornelia Urban, sagte, die vertrauliche Spurensicherung sei unverzichtbar. "Denn sie gibt den Menschen in einer absoluten Ausnahmesituation etwas zurück, das rohe Gewalt ihnen genommen hat: ein Stück Kontrolle." Urban betonte, dass eine Informationskampagne geplant sei. Viele Menschen wüssten gar nicht, dass es diese Form der Spurensicherung gibt. "Thüringen schaut nicht weg." © dpa-infocom, dpa:260521-930-113062/1