Datum21.05.2026 18:00
Quellewww.zeit.de
TLDRHolger Loclair, Chef des Folienherstellers Orafol, kritisiert die SPD-Politik scharf und wirft ihr vor, die wirtschaftliche Ernsthaftigkeit zu verkennen. Er bemängelt, dass Umverteilung oder steuerliche Korrekturen keine Lösungen für die aktuellen Herausforderungen seien und dass von Bürokratieabbau wenig zu spüren sei. Trotz dieser Sorgen investiert Orafol 235 Millionen Euro in Oranienburg und plant eine Auslands expansion. Loclair bleibt optimistisch und verweist auf frühere, gravierendere Umbrüche, die Deutschland erfolgreich gemeistert habe.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Unternehmer in Brandenburg“. Lesen Sie jetzt „Orafol-Chef: "SPD verkennt Ernst der Lage"“. Der Unternehmer Holger Loclair hat sich enttäuscht über die Politik der Bundesregierung geäußert und vor allem den Koalitionspartner SPD kritisiert. Der Inhaber und Geschäftsführer des Folienherstellers Orafol in Oranienburg, Holger Loclair, sagte dem "Nordkurier": "Meine ursprüngliche Hoffnung im vergangenen Jahr war, dass Friedrich Merz wirtschaftspolitisch einen klareren Kurs durchsetzen würde. Stattdessen sehen wir, dass innerhalb dieser Koalition der kleinere Partner den Kurs stärker beeinflusst, als es für die Wirtschaft gut ist." Er habe den Eindruck, dass die SPD in Teilen den Ernst der Lage vollkommen verkenne. "Die Vorstellung, die aktuellen Herausforderungen über Umverteilung oder steuerpolitische Korrekturen lösen zu können, grenzt an Realitätsverweigerung", sagte Loclair. Von einem angekündigten Bürokratieabbau erlebe er zudem in der Praxis nichts. Der Kunststoff- und Folienhersteller investiert an seinem Stammsitz in Oranienburg 235 Millionen Euro in den Ausbau der Produktion. Das sehen Ausbaupläne bis zum Jahr 2030 vor. Zugleich will Orafol sein Geschäft im Ausland erweitern. Trotz wirtschaftlicher Sorgen äußerte sich Loclair optimistisch. Er sagte der Zeitung: "Wir haben in Deutschland schon sehr viel tiefgreifendere Umbrüche erlebt als die aktuelle wirtschaftliche Situation. Nüchtern betrachtet waren doch die Herausforderungen der frühen 1990er-Jahre in jeder Hinsicht gravierender. Zumindest für uns." Trotzdem sei es gelungen, Stabilität zurückzugewinnen. "Wir müssen uns das nur wieder zutrauen." © dpa-infocom, dpa:260521-930-112804/1