Samsung-Mitarbeiter verzichten auf Streik und sollen 300.000 Euro bekommen – pro Kopf

Datum21.05.2026 17:51

Quellewww.spiegel.de

TLDRSamsung-Mitarbeiter verzichten auf Streik und erhalten Bonuszahlungen von durchschnittlich 291.000 Euro pro Kopf. Diese Einigung wurde nach dem Abwenden eines 18-tägigen Streiks erzielt und orientiert sich an den massiven Gewinnen des Unternehmens, die insbesondere durch den KI-Boom und die hohe Nachfrage nach Computerchips erzielt wurden. Für die Chipsparte sind auch in den kommenden zehn Jahren Bonuszahlungen aus einem Teil des operativen Gewinns vorgesehen, abhängig von der künftigen Profitabilität.

InhaltWenn Unternehmen florieren, dann profitiert oft auch die Belegschaft. Bei Samsung in Südkorea laufen die Geschäfte so gut, dass die Mitarbeiter ein besonders großes Stück vom Kuchen wollten. Sie bekommen es. Die Absage eines angedrohten Streiks bringt Beschäftigten des südkoreanischen Technologiekonzerns Samsung hohe Bonuszahlungen ein. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen sie voraussichtlich im Schnitt pro Person etwa 509 Millionen Won (291.000 Euro) betragen. Die Einmalzahlung soll demnach in diesem Jahr ausbezahlt werden. Mit der Einigung war am Mittwochabend ein 18-tägiger Streik abgewendet worden. Die noch ausstehende Zustimmung der Gewerkschaftsmitglieder zum Abkommen gilt ​als sicher. Die Bonuszahlung orientiert sich den Angaben zufolge an den Unternehmensgewinnen. Die genaue Bonushöhe stehe noch nicht fest, heißt es. Samsung hat massive Gewinne im Zuge des KI-Booms eingefahren. Das Unternehmen profitiert dabei von der stark gestiegenen Nachfrage nach Computerchips. Aktuell wird von einem Jahresgewinn von 331 Billionen Won ausgegangen (umgerechnet 189 Milliarden Euro). Samsung hat in Südkorea rund 125.000 Angestellte. Der Konzern steht für 12,5 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. Auch für die kommenden Jahre sind Bonuszahlungen vorgesehen. Deren Höhe hängt von der Gewinnentwicklung ab. Nach Gewerkschaftsangaben will Samsung in den kommenden zehn Jahren jeweils 10,5 Prozent des operativen Gewinns für Mitarbeiterboni ‌der Chipsparte reservieren. Die Voraussetzung sei, dass dieser Geschäftsbereich in den Jahren 2026 bis ​2028 jeweils ein Betriebsergebnis ‌von umgerechnet mehr als 114 Milliarden Euro und zwischen 2029 und 2035 von mehr als 57 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Gewerkschaften hatten zunächst sieben Prozent mehr Lohn und höhere Zusatzzahlungen gefordert. Die Unternehmensführung wollte aber an einer leistungsabhängigen Vergütung festhalten. Bei Samsung wurde in der Konzerngeschichte erst einmal gestreikt: 2024 konnten die Gewerkschaften 6000 Beschäftigte mobilisieren. Anleger reagierten mit Erleichterung auf die Tarifeinigung. Die Aktien des ​Konzerns stiegen an der Börse Seoul am Donnerstag um 8,5 Prozent und verzeichneten mit 299.500 Won den höchsten Schlusskurs der Firmengeschichte. Bei anderen ‌Werten griffen Investoren ebenfalls beherzt zu. Der südkoreanische Leitindex legte mit 8,5 Prozent so stark zu wie zuletzt vor zweieinhalb Monaten.