Stellantis: Opel-Mutter Stellantis will Produktion in Europa umstellen

Datum21.05.2026 17:26

Quellewww.zeit.de

TLDRStellantis plant eine Umstrukturierung seiner europäischen Produktion, um jährlich 800.000 weniger Fahrzeuge für eigene Marken wie Opel zu fertigen und die Werksauslastung von 60 auf 80 Prozent zu steigern. Stattdessen sollen Kapazitäten für externe Hersteller, darunter chinesische und indische Partner, geschaffen werden. Dies ist Teil einer Fünf-Jahres-Strategie mit 60 Milliarden Euro Investitionen, um die Rentabilität zu steigern und bis 2028 die Kosten um 6 Milliarden Euro zu senken.

InhaltStellantis will in Europa weniger Autos für eigene Marken wie Opel produzieren. Gleichzeitig sollen in den Werken mehr Aufträge fremder Hersteller bearbeitet werden. Der Autokonzern Stellantis will seine Produktionskapazitäten in Europa umstellen. So sollen jährlich 800.000 weniger Autos für eigene Marken wie Jeep, Peugeot, Fiat und Opel vom Band rollen, teilte Stellantis bei einem Investorentag im US-amerikanischen Auburn Hills mit. Stattdessen sollen die Kapazitäten für fremde Automarken zur Verfügung gestellt werden. Dabei soll die Auslastung der Fabriken von 60 auf 80 Prozent steigen. Es sind laut Stellantis Kooperationen mit chinesischen und indischen Partnern  wie Leapmotor, Dongfeng und Tata geplant. Vor allem für die Werke im französischen Poissy und Partnerproduktionen in Rennes, Madrid und Saragossa sei eine andere Nutzung geplant. Die deutschen Stellantis-Werke in Rüsselsheim und Eisenach wurden nicht erwähnt. In den kommenden fünf Jahren will Konzernchef Antonio Filosa zusammengenommen 60 Milliarden Euro investieren, um den VW-Rivalen wieder auf Kurs zu bringen. Rund 70 Prozent der Investitionen entfallen auf die vier künftigen Kernmarken Jeep, Ram, Peugeot und Fiat, während Opel zusammen mit Chrysler, Dodge, Alfa Romeo und Citroën in die Gruppe der Regionalmarken einsortiert wird. DS und Lancia sollen künftig enger von Citroën und Fiat geführt werden. Filosa kündigte 60 neue Autos und 50 Modellaktualisierungen an. Davon sollen 29 reine Batterieautos sein. In Europa strebt Stellantis eine operative Marge von 3 bis 5 Prozent an. Das Sparprogramm auf dem Kontinent soll dazu beitragen, die jährlichen Kosten im Konzern bis 2028 um 6 Milliarden Euro gegenüber dem vergangenen Jahr zu senken. Auf dem Markt in Nordamerika strebt Filosa bis zum Jahr 2030 wieder eine operative Marge von 8 bis 10 Prozent ab. An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an. Die Aktie sackte in Mailand zeitweise um über 7 Prozent ab. Der Konzern habe sich wie befürchtet Ziele gesetzt, die weit in der Ferne lägen, schrieb Analyst Philippe Houchois von der US-Investmentbank Jefferies. Die Kehrtwende werde nicht an einem Tag gelingen, sagte Verwaltungsratschef und Agnelli-Erbe John Elkann auf der Investorenveranstaltung. 2025 hatte Stellantis einen Verlust von 22,3 Milliarden Euro eingefahren, vor allem wegen milliardenschwerer Abschreibungen. Zuvor hatte unter anderem auch Volkswagen eine deutliche Verringerung seiner Produktionskapazitäten angekündigt. Mehrere Automobilkonzerne kämpfen derzeit mit erheblichen Absatzproblemen.