Datum21.05.2026 17:11
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Künstler JR hat den Pont Neuf in Paris mit bedrucktem Stoff verhüllt und damit das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude geehrt, die 1985 die gleiche Brücke verpackten. JRs Installation, "La Caverne du Pont Neuf", soll Kalksteinbrüche imitieren und Besuchern ermöglichen, auf der Brücke zu wandeln. Dieses Projekt ist eine Hommage an die bahnbrechende Arbeit von Christo und Jeanne-Claude und beleuchtet die historische Bedeutung der Brücke als einstiges Pariser Kalksteinreservoir.
InhaltParis ist um eine Attraktion reicher: Der Künstler JR hat die älteste Brücke über die Seine verhüllt. Geehrt wird damit das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude und dessen Verkleidungstrick von 1985. Eine der berühmtesten Brücken der Welt wird zum Kunstwerk: Der französische Künstler JR hat den Pont Neuf in Paris mit bedruckten Stoffbahnen in eine begehbare Höhle verwandelt. Die Aktion ist eine Hommage an einen anderen, nicht minder spektakulären Verkleidungstrick, der mehr als 30 Jahre zurückliegt. Im September 1985 hatte das Paar Christo und Jeanne-Claude die älteste erhaltene Brücke über die Seine mit Stoffbahnen verhüllt. Das Projekt machte die beiden über die Kreise der Kunst hinaus bekannt – und bereitete den Weg für eine noch größere Verhüllungsaktion: den "Wrapped Reichstag" in Berlin. Jeanne-Claude war 2009 gestorben, Christo 2020. Ursprünglich wollte JR seine "Re-Imagination" der Brücke zum 40-jährigen Jubiläum der Aktion des Künstlerpaares vornehmen, doch das Projekt verzögerte sich. Der stets mit Hut und Sonnenbrille auftretende enigmatische Künstler JR begann mit Graffiti, später fotografierte er andere Street-Art-Künstler bei ihrer Arbeit. Schon im Jahr zuvor hatte JR die Glaspyramide im Innenhof des Louvre durch eine optische Täuschung scheinbar verschwinden lassen. Während der Umbauarbeiten am Operngebäude Palais Garnier wurde dieses durch ein von JR entworfenes Banner verhüllt. "La Caverne du Pont Neuf" soll nun an die Kalksteinbrüche von Lutetia erinnern. Aus dem berühmten "Stein von Paris" wurde auch die Brücke selbst geformt und im Jahre 1607 fertiggestellt. Das Werk besteht aus einer hochtechnischen aufblasbaren Struktur, die mit einer bedruckten Plane bedeckt ist. Sie sollen die steilen Wände der ehemaligen Pariser Kalksteinbrüche nachbilden. 18 Meter ragt der höchste der künstlichen Gipfel über den Boden der Brücke. 20.000 Kubikmeter Luft halten knapp 19.000 Quadratmeter technische Leinwand so in Form, dass Besucher hindurch wandeln können.