Landtag: Grüne verweisen auf Schutzkonzept nach Deepfake-Affäre

Datum21.05.2026 16:19

Quellewww.zeit.de

TLDRNach der Deepfake-Affäre in der CDU-Fraktion betonen die Grünen im niedersächsischen Landtag ihr bereits bestehendes Schutzkonzept für Betroffene sexualisierter Gewalt. Dieses sei erfolgreich angewandt worden, um Konflikte aufzuarbeiten, die von externen Personen ausgingen. Die Grünen kritisieren die CDU-Fraktion für deren oberflächliche Aufarbeitung und mangelnde Sensibilität im Umgang mit dem Vorfall.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Landtag“. Lesen Sie jetzt „Grüne verweisen auf Schutzkonzept nach Deepfake-Affäre“. Nach der Deepfake-Affäre in der CDU-Fraktion verweisen die Grünen im niedersächsischen Landtag auf ein eigenes Schutzkonzept für Betroffene von sexualisierter Gewalt. Dieses sei bereits eingesetzt worden, sagte Fraktionsmanager Volker Bajus. Frauen hätten sich wegen erlebter Übergriffe unwohl gefühlt. Ausgangspunkt seien Männer gewesen, die nicht Teil der Fraktion seien. Dank der bestehenden Strukturen, die es seit rund drei Jahren gebe, hätten Gespräche geführt und Situationen aufgearbeitet werden können.  Hintergrund der sogenannten Deepfake-Affäre ist ein sexualisiertes KI-Video einer Mitarbeiterin der CDU-Fraktion, das in einer Chatgruppe innerhalb der Fraktion geteilt worden sein soll. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird die Frau darin lasziv in einem Bikini tanzend dargestellt. Der mutmaßliche Ersteller des Videos wurde entlassen, ein weiterer Mitarbeiter suspendiert. CDU-Chef Sebastian Lechner hatte erklärt, seine Fraktion habe mit dem konkreten Fall abgeschlossen – nicht aber mit dem Thema an sich. Derzeit arbeite die Fraktion an einem Schutzkonzept.  Grünen-Fraktionschefin Anne Kura sagte, Lechners Aussagen ließen sie "ein bisschen fassungslos zurück". Weiterhin seien Fragen offen, etwa wie mit Mitgliedern der Chatgruppe umgegangen werde, die das Verhalten toleriert hätten. "Man kann so einen Fall nicht einfach als Fraktionsvorsitzender für abgehakt erklären", sagte sie. Das sende ein "völlig verkehrtes Signal" an die Gesellschaft.  Gerade wer Verantwortung trage, müsse solche Vorfälle vollständig aufarbeiten. Sie wünsche sich bei dem Thema insgesamt "mehr Sensibilität und mehr Fingerspitzengefühl", sagte Kura. © dpa-infocom, dpa:260521-930-112207/1