Datum21.05.2026 16:09
Quellewww.zeit.de
TLDRDie EU-Kommission untersucht Vorwürfe wettbewerbswidriger Preisabsprachen zwischen mehreren Kunstrasenherstellern. Zwei Unternehmen sollen Recyclingpreise und Produktionskapazitäten abgestimmt und vertrauliche Informationen ausgetauscht haben. Dies betrifft den Zeitraum von 2020 bis 2023. Bestätigt sich der Verdacht eines Verstoßes gegen das EU-Kartellrecht, drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Kunstrasen wird häufig auf Sportplätzen eingesetzt, und die Entsorgungskosten des Altbelags spielen bei der Modernisierung eine wichtige Rolle.
InhaltMehrere Kunstrasenfirmen sollen sich über die Recyclingpreise ihrer Produkte abgesprochen haben. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen hohe Strafen der EU. Die EU-Kommission wirft mehreren Firmen aus der Kunstrasenindustrie vor, sich wettbewerbswidrig abgestimmt zu haben. Nach Angaben der Behörde in Brüssel sollen ein deutsches und ein niederländisches Unternehmen Preisbestandteile für das Recycling von Kunstrasenanlagen gemeinsam festgelegt sowie vertrauliche Informationen zu Preisen und Produktionskapazitäten ausgetauscht haben. Die Vorwürfe beziehen sich demnach auf den Zeitraum von 2020 bis 2023. Die betroffenen Unternehmen können sich nun zu den Anschuldigungen äußern. Sollte sich ein Verstoß gegen das europäische Kartellrecht bestätigen, könnten Geldstrafen von bis zu zehn Prozent des jeweiligen weltweiten Jahresumsatzes verhängt werden. Kunstrasen wird vor allem auf Sport- und Spielfeldern eingesetzt – etwa auf Fußball- und Hockeyplätzen. Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts (PDF) aus dem Jahr 2021 gibt es in Deutschland rund 9.000 Kunstrasenplätze. Bei der Modernisierung solcher Anlagen spielen die Entsorgungskosten des alten Belags eine wichtige Rolle. Ziel des Recyclings ist es, ausgedienten Kunstrasen nicht zu entsorgen, sondern ihn erneut als Rohstoff für neue Produkte zu verwenden.