Hauseinsturz in Görlitz – zweite Leiche gefunden

Datum21.05.2026 15:56

Quellewww.spiegel.de

TLDRBei einem Hauseinsturz in Görlitz wurde eine zweite Leiche, die einer 26-jährigen Rumänin, geborgen. Eine 25-jährige Touristin war bereits zuvor tot aufgefunden worden. Ein dritter Vermisster, ein 48-jähriger Mann, wird noch gesucht. Als Ursache wird eine Gasexplosion vermutet, wenige Stunden nach dem Einsturz eines ansonsten unbeschädigten Gründerzeithauses wurde ein Gasleck entdeckt. Die Rettungsarbeiten sind erschwert durch Staub und die instabile Situation.

InhaltIn den Trümmern des in Sachsen eingestürzten Hauses haben Helfer eine weitere Tote gefunden. Nach einer weiteren Person wird noch gesucht. Einsatzkräfte haben eine zweite Leiche in den Trümmern des eingestürzten Görlitzer Wohnhauses gefunden. Es handle sich um die zuvor vermisste 26-Jährige aus Rumänien, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Leiche wurde demnach im vorderen Teil des eingestürzten Hauses geborgen. In der Nacht hatten die Einsatzkräfte bereits die Leiche der vermissten 25 Jahre alten rumänischen Touristin gefunden. Nach dem dritten Vermissten, einem 48 Jahre alten Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit, werde weiter gesucht, hauptsächlich im hinteren Bereich der Trümmer. Das Haus, in dem sich laut Polizei Miet- und Ferienwohnungen befanden, war am Montagabend aus bislang ungeklärter Ursache eingestürzt. Nach den drei Vermissten hatten die Einsatzkräfte unermüdlich unter anderem auch mit Spürhunden gesucht, teils arbeiteten sich die Einsatzkräfte auch mit Schaufeln und bloßen Händen durch den Trümmerberg. Beim Bergen von Trümmerteilen waren auch mehrere Radlader, Bagger und Kräne im Einsatz. Die Belastung für die Einsatzkräfte selbst war hoch. Es gebe viel Staub, permanent müsse mit Schutzmasken gearbeitet werden, sagte der Sprecher der THW-Einsatzleitung Daniel Hofmann. Die genaue Ursache des Unglücks in der Stadt im Osten Sachsens steht nach wie vor nicht fest. "Aber es sieht nach einer Gasexplosion aus", sagte der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU). Wenige Stunden nach dem Zusammensturz des Gründerzeithauses wurde nach Polizeiangaben ein Gasleck gefunden. Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands. Sie liegt in der sächsischen Oberlausitz direkt an der Neiße und hat 57.000 Einwohner. Seit 1998 bildet Görlitz zusammen mit der östlich gelegenen polnischen Nachbarstadt Zgorzelec eine grenzüberschreitende Europastadt. Wegen der historischen unzerstörten Altstadtkulisse ist die Stadt auch ein gefragter Drehort für internationale Filmproduktionen. Das eingestürzte Gründerzeithaus stand in der James-von-Moltke-Straße in der Nähe des Görlitzer Bahnhofs. Der Bereich um das Haus wurde nach dem Einsturz weiträumig evakuiert und abgesperrt.