Tragödie in Görlitz: Suchhund Capper schnuppert gegen die Zeit im Trümmerfeld

Datum21.05.2026 15:42

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Görlitz suchen Suchhunde wie Capper nach Vermissten in einem eingestürzten Wohnhaus. Die Anzahl der eingesetzten Lebendsuchhunde wurde reduziert, da mit zunehmender Zeit die Überlebenschancen sinken und die Trümmerarbeit Fortschritte macht. Capper, ein ausgebildeter Labrador, sucht nach lebenden Personen und muss dabei sicher in Trümmern klettern und zwischen Vermissten und Einsatzkräften unterscheiden. Solche Einsätze sind selten, meist suchen die Hunde nach verlaufenen Personen. Bislang wurden zwei Leichen geborgen, ein Mann wird noch vermisst.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Tragödie in Görlitz“. Lesen Sie jetzt „Suchhund Capper schnuppert gegen die Zeit im Trümmerfeld“. Bei der Suche nach den Vermissten in den Trümmern des eingestürzten Görlitzer Wohnhauses setzen die Retter von Beginn an auch auf speziell ausgebildete Hunde wie den vierjährigen Capper. Anfangs waren fünf sogenannte Lebendsuchhunde im Einsatz, jetzt sind es noch zwei, wie Josephine Hartmann der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Das sind Hunde, die wirklich nur lebende Personen unter den Trümmern anzeigen." Die Anzahl der Hunde wurde von Tag zu Tag reduziert. "Je länger aber der Einsatz geht, desto mehr schwinden natürlich die Überlebenschancen und desto weniger Sinn macht es dann auch die Lebendsuchhunde einzusetzen", betonte die Hundeführerin. Zumal die Trümmer jetzt auch gut abgetragen seien und die Hunde nicht mehr Hinweise beisteuern könnten. Labrador Capper ist direkt nach dem Einsturz am Einsatzort gewesen und sucht nach Hinweisen auf lebende Personen. In den ersten 24 Stunden habe es fünf bis sechs Suchen gegeben, jetzt suche der Hund etwa 20 Minuten und macht dann etwa drei Stunden Pause. Die Ausbildung dauert etwa drei Jahre, erläuterte Hartmann. Dabei lernen die Tiere, sicher in den Trümmern zu klettern und gleichzeitig Hinweise zu erkennen. Zudem müssen die Hunde zwischen einer vermissten Person und den vielen Einsatzkräften unterschieden, die sich auch auf den Trümmern aufhalten. Etwa 40 Einsätze gibt es für die Hunde sachsenweit im Jahr. "Das sind Vermisstensuchen etwa von Pilzsuchern, die sich verlaufen oder Kinder, die sich verirrt haben oder ältere Menschen, die nicht mehr wissen, wo sie sind". Und etwa ein- bis zweimal im Jahr gebe es Trümmereinsätze. Das Haus war am Montagabend eingestürzt. Inzwischen wurden die Leichen von zwei Frauen unter dem Schuttberg geborgen. Ein Mann wird noch vermisst. © dpa-infocom, dpa:260521-930-111990/1