Bundesanwaltschaft: Anklage wegen mutmaßlicher iranischer Anschlagspläne erhoben

Datum21.05.2026 14:45

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen zwei mutmaßliche iranische Agenten wegen geplanter Mordanschläge auf prominente Juden in Deutschland erhoben. Den Männern wird Agententätigkeit und die Vorbereitung von Mordanschlägen vorgeworfen. Zielobjekte sollen unter anderem der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, und Volker Beck gewesen sein. Einer der Angeklagten soll im Auftrag des iranischen Geheimdienstes Informationen über die Zielpersonen ausspähen und Komplizen suchen.

InhaltDie Bundesanwaltschaft wirft zwei Männern vor, im Auftrag Irans Mordanschläge auf Juden geplant zu haben. Unter ihnen soll Zentralratspräsident Schuster gewesen sein. Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen zwei mutmaßliche iranische Agenten erhoben, die Mordanschläge auf prominente jüdische Personen in Deutschland vorbereitet haben sollen.  Dem Dänen Ali S. und dem Afghanen Tawab M. würden geheimdienstliche Agententätigkeit, Agententätigkeit zu Sabotagezwecken und der Versuch der Beteiligung an Verbrechen des Mordes und der schweren Brandstiftung vorgeworfen, teilte die Behörde in Karlsruhe mit. Tawab M. werde darüber hinaus die versuchte Beteiligung an einem Mord zur Last gelegt. Zuvor hatte der Spiegel darüber berichtet. Der im vergangenen Sommer in Dänemark festgenommene Ali S. "arbeitet für den Geheimdienst der iranischen Revolutionsgarden und unterhält enge Kontakte zu deren Spezialeinheit Quds-Kräfte", heißt es in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft. Anfang 2025 habe er den Auftrag erhalten, Informationen über Josef Schuster, den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, sowie Volker Beck, den Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, auszuspähen. Auch sollte er demnach zwei jüdische Lebensmittelhändler in Berlin ausspionieren. "All dies diente der Vorbereitung von Mord- und Brandanschlägen in Deutschland", heißt es in der Mitteilung weiter.  Dem Auftrag folgend habe S. "diverste Orte" in Berlin ausgespäht und Komplizen für Anschläge gesucht. Dabei habe er im Mai 2025 Kontakt zu Tawab M. aufgenommen. Dieser sei bereit dazu gewesen, einem unbekannten Dritten eine Waffe zu verschaffen und ihn zu einem Mordanschlag auf Beck anzustiften.  Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.