Datum21.05.2026 13:29
Quellewww.spiegel.de
TLDRLaut einer Bitkom-Umfrage nutzt jeder Vierte in Deutschland Chatbots für Finanzrat. Eine Mehrheit kann sich eine Zukunft ohne Bankfilialen vorstellen. Während 56% KI im Finanzwesen als Chance sehen, befürchten 62% ein höheres Betrugsrisiko. Online-Banking via App ist für 84% Standard; 51% nutzen die App als Hauptkontakt zur Bank. Trotz hoher Digitalisierungsbereitschaft bewerten Kunden die digitalen Angebote ihrer Banken durchschnittlich nur mit "befriedigend".
InhaltBankberater adé: Immer mehr Menschen in Deutschland holen sich laut einer Umfrage bei Chatbots Tipps für ihre Finanzen. Ein Leben ohne Bankfilialen kann sich mittlerweile eine Mehrheit vorstellen. Künstliche Intelligenz bei der Finanzberatung? Nach einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom sehen 56 Prozent der Menschen in Deutschland den KI-Einsatz bei Themen wie Geldanlage, Finanzplanung oder Kreditberatung als Chance. Vierzig Prozent bewerten ihn hingegen als Risiko. Für die Studie des Digitalverbandes Bitkom wurden 1004 Personen ab 16 Jahren in Deutschland befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Bevölkerung der Bundesrepublik. Insgesamt ist die Bereitschaft, der Technik weitreichende Befugnisse einzuräumen, bemerkenswert hoch: Bereits 27 Prozent wünschen sich, dass eine KI künftig den Großteil ihrer Finanzentscheidungen übernimmt. Jeder Vierte hat Chatbots wie ChatGPT schon konkret um finanziellen Rat gebeten. Dem steht jedoch eine handfeste Sorge gegenüber: 62 Prozent der Befragten befürchten durch KI ein höheres Risiko für finanziellen Betrug. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sagte, KI verändere die Finanzbranche schon jetzt. Langfristig dürfte es keine Bank geben, die auf KI verzichtet. "Viele Verbraucherinnen und Verbraucher müssen von dem Nutzen einer Finanz-KI aber noch überzeugt werden." Finanzen seien eine Vertrauensfrage. "Daher müssen KI-Anwendungen gerade hier transparent, sicher und in ihren Aussagen nachvollziehbar sein." Die Umfrage des Digitalverbandes zeigt, wie weit die Digitalisierung der Finanzdienstleistungen fortgeschritten ist. Das Onlinebanking ist für die breite Masse längst Standard: 84 Prozent der Menschen in Deutschland nutzen digitale Bankangebote. Dabei hat die App den klassischen Webbrowser (69 Prozent) als wichtigsten Zugangsweg überholt: 92 Prozent der Online-Banking-Nutzer verwenden ihr Smartphone. Für mehr als die Hälfte (51 Prozent) ist die App inzwischen der wichtigste Kontakt zu ihrer Bank. Das klassische Filialnetz gerät dadurch unter Druck: 55 Prozent der Bankkunden würde ohne Filialen nichts fehlen. Die hohe Akzeptanz des digitalen Bankings birgt zudem Ausbaupotenziale: 69 Prozent der Nutzer können sich vorstellen, die Banking-App künftig für digitale Identifizierung zu nutzen, beispielsweise als Altersnachweis. Trotz des klaren Trends zur Digitalisierung gibt es bei den Banken noch Luft nach oben. Die Nutzer bewerten das aktuelle digitale Angebot ihrer Geldhäuser im Durchschnitt lediglich mit der Schulnote 3,0 ("befriedigend"). Wintergerst betonte, dass die Banken zwar Fortschritte gemacht hätten, die Erwartungen der Kunden an Benutzerfreundlichkeit und digitale Funktionen jedoch stetig mitwachsen. Kann KI Ihre Altersvorsorge besser planen als ein Mensch? Wie Sie mit ChatGPT Ihr eigenes ETF-Depot bauen, lesen Sie hier .