Obduktion geplant: Dänemark will Buckelwal aufs Festland ziehen

Datum21.05.2026 12:50

Quellewww.spiegel.de

TLDREin toter Buckelwal wurde vor Anholt gestrandet. Dänemark plant, den aufgeblähten Kadaver in den Hafen von Grenaa zu schleppen, um eine Obduktion und Probenentnahme zu ermöglichen. Dies soll Touristen und Anwohner schützen. Ursprünglich wollte Dänemark nicht eingreifen, doch die Belästigung und mögliche Explosionsgefahr des Kadavers führten zu dieser Entscheidung. Nach mehreren Strandungen war der Wal zuletzt in der Deutschen Bucht freigesetzt worden.

InhaltDer Kadaver des mehrfach gestrandeten Wals liegt vor der dänischen Insel Anholt. Nun soll er in einen Hafen gezogen werden. Inzwischen ist das Tier aufgebläht. Der Wal war gleich mehrfach gestrandet. Nun wohl zum letzten Mal, er liegt tot vor der dänischen Insel Anholt. Dänemark hat jetzt entschieden: Der Kadaver soll in einen Hafen in Jütland gezogen werden. Dänemark wollte sich ursprünglich nicht in das Schicksal des verendeten Buckelwals einmischen. Er liegt aber an einem gut besuchten Strand im flachen Wasser und könnte dort nach Einschätzung der Umweltbehörde Anwohner und Touristen stark belästigen. Deshalb wolle man versuchen, den Wal noch am Donnerstag in den Hafen von Grenaa auf dem Festland zu ziehen, teilte die Behörde mit. Die Aktion werde wahrscheinlich den ganzen Tag dauern. Am Freitag könnte der Wal dann obduziert werden. "In Grenaa werden Wissenschaftler und Tierärzte die Untersuchungen und Probe-Entnahmen durchführen, wie sie bereits bei früheren Strandungen größerer Wale vorgenommen wurden", heißt es. Die Presse dürfe dort die Arbeit an dem Tier verfolgen – hinter Absperrungen, denn es kommen "Maschinen und scharfe Ausrüstung" zum Einsatz, so die Behörde. Sollte es nicht gelingen, den Wal in den Hafen zu bewegen, wollen die Dänen ihn auf Anholt untersuchen. Die dänische Umweltbehörde hatte bereits davor gewarnt, sich dem Tier zu nähern, da Ansteckungsgefahr bestehe. Außerdem könnte der Kadaver explodieren: Auf Bildern des Livestream-Anbieters News5 war zu sehen, dass er inzwischen extrem aufgebläht von Fäulnisgasen ist. Auf der Insel wird die Präsenz des Wals skeptisch gesehen. "Es ist ein großer Wunsch der Einheimischen, dass der Wal zeitnah abtransportiert wird, damit er die Urlauber nicht stört", sagte Pia Lange Christensen, Direktorin der Tourismusorganisation Visit Aarhus, die auch für die Insel Anholt zuständig ist. Die Saison habe gerade begonnen. Für Dänemark als Land mit vielen Küsten sei es nicht ungewöhnlich, dass immer mal wieder Wale strandeten, sagte Christensen. "Und normalerweise dauert es nicht lange, bis die Behörden die Tiere entfernt haben." Was die Bewohnerinnen und Bewohner auf der Insel über den gestrandeten Wal sagen, lesen Sie hier . Zuvor war das geschwächte Tier mehrfach an der deutschen Ostseeküste gestrandet. Vor einigen Wochen hatte eine private Initiative es zur Nordsee transportiert und freigesetzt. Später wurde der Wal aber tot vor Anholt angeschwemmt. An den Bergungsversuchen gab es viel Kritik. Das Schweriner Umweltministerium versucht währenddessen, einen zuvor von der Initiative an dem Tier angebrachten Tracker zu bekommen, um die Daten darauf auszuwerten. Denn noch ist unklar, wie lange das Tier nach seiner Freisetzung noch gelebt hat.