Meinung: Startklar-Newsletter: Wie marode sind unsere Hochschulen?

Datum21.05.2026 12:33

Quellewww.spiegel.de

TLDRDeutsche Hochschulen sparen ihre Infrastruktur kaputt. Die TU Berlin musste ihr Hauptgebäude wegen Baufälligkeit schließen, da 96 Prozent der Gebäude sanierungsbedürftig sind. Dies wirft die Frage auf, wie ein reiches Land seine Bildungseinrichtungen vernachlässigen kann. Weitere Texte behandeln das Gefühl des Nicht-Ankommens bei häufigen Umzügen, den Nutzen privater Studienberatung und die Wahrnehmung von KI als bessere Wissensvermittler durch Azubis.

InhaltWarum deutsche Unis kaputtgespart werden. Wie man ankommt, wenn man ständig umzieht. Und was eine private Studienberatung bringt. Das sind die Texte der Woche zu Studium und Jobeinstieg. Seit fast zwei Wochen sind die Türen des Hauptgebäudes der Technischen Universität Berlin (TU) geschlossen. Und nach und nach zeigt sich, wie marode die Hochschule wirklich war. Keine der Herrentoiletten habe im Hauptgebäude auf den Stockwerken zwei bis acht funktioniert. So berichtete es ein TU-Student meinem Kollegen Lukas Hildebrandt. Weil der Fahrstuhl oft defekt war, sei er meist zu spät zu Veranstaltungen gekommen. Die Schäden im Haus seien seit Jahren sichtbar gewesen. Und nicht nur das Hauptgebäude ist marode. Medienberichten zufolge haben an der Hochschule rund 96 Prozent der Gebäude kurz- oder mittelfristigen Sanierungsbedarf, von 102 Gebäuden sind nur vier in gutem Zustand. An anderen Hochschulen und Wohnheimen im Land sieht es nicht viel besser aus: Mich machen solche Berichte sprachlos. Wie kann es sein, dass ein so wohlhabendes Land über Jahrzehnte hinweg notwendige Investitionen verschleppt und ausgerechnet seine Hochschulen kaputtspart? Warum werden Studierende dort für ihre Zukunft ausgebildet, wo es tropft und bröckelt? Hier könnt Ihr mehr darüber erfahren, warum das Hauptgebäude so plötzlich schließen musste – und wohin TU-Studierende nun zum Lernen ausweichen sollen. Bist Du Student:in und musst ebenfalls in einem maroden Hörsaal lernen? Schreib mir gern an franca.quecke@spiegel.de , wenn Du davon erzählen magst. Franca Quecke, Redakteurin SPIEGEL Start "Diese Universität ist eine Bruchbude": Gefluteter Keller, bauliche Mängel: Die Technische Universität Berlin musste ihr Hauptgebäude schließen, sie schickt Studierende ins Homeoffice und überlegt, Zelte aufzustellen. Jetzt regt sich Protest. Wie kann man ankommen, wenn man ständig umzieht? Kartons packen kann ich. Ankommen nicht. In den letzten fünf Jahren bin ich sieben Mal umgezogen und habe das Gefühl, zu Hause zu sein, unterwegs verloren. Eine Psychologin verrät , wie es sich wiederfinden lässt. Was eine private Studienberatung wirklich bringt: Nach dem Abitur fühlte sich unsere Autorin Andrea Paarsch zwischen all den möglichen Studiengängen verloren. Also zahlten ihre Eltern einer privaten Karriereberatung 1600 Euro dafür, dass ihr jemand sagt, was sie machen soll . Azubis halten KI oft für bessere Wissensvermittler als ihre Berufsschullehrer: Fast drei Viertel der Azubis finden, dass künstliche Intelligenz ihnen Inhalte verständlicher erkläre als ihre Berufsschullehrer. Auch Ausbilder schneiden nicht gut ab. Sich selbst stellen die Azubis ein gutes Zeugnis aus.