Datum21.05.2026 12:10
Quellewww.zeit.de
TLDRDas Berliner Abgeordnetenhaus stimmte mit den Stimmen von CDU, SPD und AfD für eine Olympia-Bewerbung der Stadt. Befürworter sehen darin ein Zukunftsprojekt mit positivem Einfluss auf Sport, Verkehr und Wohnungsbau. Kritiker, die Linken und Grünen, warnen vor Kostenrisiken und leeren Versprechungen. Berlin konkurriert mit anderen deutschen Städten, der DOSB entscheidet im September. Geplant sind Spiele mit Fokus auf bestehende Infrastruktur und "Cityevents".
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Olympische Spiele“. Lesen Sie jetzt „Abgeordnetenhaus stimmt für Berliner Olympia-Bewerbung“. Das Berliner Abgeordnetenhaus hat sich für eine Olympia-Bewerbung der Stadt ausgesprochen. Für einen Pro-Olympia-Antrag der Koalition stimmten CDU, SPD und AfD. Linke und Grüne stimmten dagegen. "Unsere Bewerbung ist ein echtes Zukunftsversprechen für künftige Generationen. Wir wollen eine positive Entwicklung für Berlin", sagte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) in der knapp 90-minütigen Debatte vor der Abstimmung, die per Handzeichen erfolgte. Berlin ist einer von vier deutschen Olympia-Bewerber neben München, Hamburg und Nordrhein-Westfalen mit Köln als Zentrum. Am 26. September entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), mit welchem Kandidaten eine Bewerbung beim Internationalen Olympischen Komitee gestartet wird. Infrage kommen die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Bereits Anfang Mai hatte der Berliner Senat das Konzept für die Olympischen und Paralympische Spiele beschlossen. Es setzt fast ausschließlich auf schon bestehende Sportstätten, dazu sollen diverse Wettbewerbe als "Cityevents" auf dem Tempelhofer Feld oder anderen attraktiven Orten in der Stadt stattfinden. Die Olympia-Befürworter versprechen sich mit der Austragung der Spiele einen "Investitionsbooster" für die Stadt in allen Bereichen des Sports, Nahverkehrs, Wohnungsbaus und der Inklusion, wie Wegner in seiner Rede ausführte. Angesichts der vielen Krisensituationen könnte die Hauptstadt "deutlich machen, dass Veränderungen möglich sind und Berlin die Stadt der Vielfalt ist und wir in einer starken Demokratie leben", sagte Wegner: "Wenn wir ein echtes Sommermärchen in die Welt senden, das ist für die Welt eine Chance." Die Oppositionsparteien Grüne und Linke wiesen auf das Kostenrisiko hin und kritisierten leere Versprechungen und Luftschlösser mit Blick auf die Erwartungen an positive Folgen für die Stadt durch die Olympischen Spiele. Die Kosten zur Durchführung der Spiele beziffert der Senat nach externen Experten-Berechnungen auf 4,82 Milliarden Euro. Demgegenüber werden 5,24 Milliarden an Einnahmen erwartet, sodass rund 420 Millionen Euro als Gewinn erwirtschaftet würden. Ein Viertel dieses Gewinns müsste an das Internationale Olympische Komitee (IOC) abgeführt werden. Tobias Schulze von den Linken gab an, dass die letzten drei Spiele mehr als doppelt so teuer wie geplant ausgefallen waren. Zugleich verwies er auf die 4.450 Sportstätten an 1.200 Standorten in Berlin. "Viele sind sanierungsbedürftig, aber nur 80 sollen saniert werden." © dpa-infocom, dpa:260521-930-110493/1