Proteste im Iran : Zwei weitere Menschen im Iran hingerichtet

Datum21.05.2026 12:09

Quellewww.zeit.de

TLDRIm Iran wurden zwei Männer wegen angeblicher Mitgliedschaft in einer "terroristischen Gruppe" hingerichtet. Iranische Behörden werfen ihnen vor, einen Aufstand organisiert zu haben. Die Menschenrechtsorganisation Hengaw bezeichnete die Hingerichteten als kurdische politische Gefangene. Dies geschah nach Bestätigung des Obersten Gerichtshofs. Mehrere Todesurteile wurden seit Kriegsbeginn im Februar im Iran vollstreckt, oft wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit Protesten oder Spionage. Amnesty International berichtet von einem Höchststand an Hinrichtungen seit 1981.

InhaltIm Iran sind zwei Männer wegen des Vorwurfs der Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe hingerichtet worden. Die NGO Hengaw sprach von kurdischen politischen Gefangenen. Im Iran sind erneut zwei Männer hingerichtet worden. Nach Angaben der iranischen Justizwebsite Misan sollen die beiden Teil einer "terroristischen Gruppe" gewesen sein und einen bewaffneten Aufstand organisiert haben. Ihnen wird vorgeworfen, eine Gruppe gegründet zu haben, die das Ziel verfolgt "die Sicherheit des Landes zu stören". Wann die beiden festgenommen wurden, ist bislang nicht bekannt. Die Hinrichtungen wurden vollstreckt, nachdem der Oberste Gerichtshof die Todesurteile bestätigt hatte. Zudem hieß es, die beiden Männer seien zu "Anführern der Unruhen" ausgebildet worden und an Angriffen auf Sicherheitskräfte und Mordplänen im Westen des Iran beteiligt gewesen. Die in Norwegen ansässige Menschenrechtsorganisation Hengaw sprach hingegen davon, dass es sich bei den beiden um kurdische politische Gefangene gehandelt habe. Seit Beginn des Kriegs infolge der Angriffe der USA und Israels am 28. Februar wurden im Iran bereits mehrere Todesurteile vollstreckt. Besonders im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar, die die Führung des Landes brutal niederschlagen ließ, sowie wegen Spionagevorwürfen wurden zuletzt vermehrt Todesurteile vollstreckt. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International spricht von mindestens 2.159 Hinrichtungen im Iran im vergangenen Jahr. Dies wäre ein neuer Höchstwert seit 1981. In der Islamischen Republik werde die Todesstrafe gezielt zur politischen Unterdrückung und Einschüchterung der Bevölkerung angewandt, schrieb die Organisation in einem Bericht zu Beginn der Woche.