Datum21.05.2026 12:10
Quellewww.spiegel.de
TLDRKevin Spacey zeigte sich auf dem roten Teppich in Cannes zur Premiere des Films "De Gaulle: Tilting Iron". Er plant offenbar, sein neues Projekt "Melodies in the Forest" zu vermarkten, in dem er einen Dirigenten spielt. Nach zahlreichen sexuellen Missbrauchsvorwürfen, die Spacey stets bestritt und aus welchen er mehrfach freigesprochen wurde, versucht er sein Comeback. Im letzten Jahr wurde ihm bereits ein Preis für sein Lebenswerk verliehen, was kontrovers diskutiert wurde.
InhaltEr arbeitet weiter an seinem Comeback in der Filmbranche, auch auf dem roten Teppich in Cannes: Kevin Spacey will offenbar einen neuen Film vermarkten. Kevin Spacey, 68, hat sich auf dem roten Teppich in Cannes gezeigt. Der US-Schauspieler besuchte die Premiere des französischen Films "De Gaulle: Tilting Iron" und posierte für die Kameras. Er wurde dabei vom Model Via Lemann begleitet. Spacey soll auf dem Filmmarkt in Cannes dem Portal "Deadline" zufolge das Projekt "Melodies in the Forest" vermarkten, in dem er die Hauptrolle spielt. Es handelt sich dabei um eine kleinere Produktion des Regisseurs Roberto Lippolis. Spacey soll einen Dirigenten spielen, dessen verdrängte Kriegsvergangenheit auf brutale Weise wieder zum Vorschein komme. In Hollywood oder für größere Produktionen wurde der zweifache Oscarpreisträger ("American Beauty", "Die üblichen Verdächtigen") seit Jahren nicht mehr engagiert. Mehrere Männer hatten Spacey in den vergangenen Jahren sexuelle Übergriffe vorgeworfen: Der Schauspieler Anthony Rapp hatte 2017 im Zuge der #MeToo-Debatte Vorwürfe öffentlich gemacht. Andere hatten sich den Anschuldigungen angeschlossen. Spacey bestritt die Vorwürfe und eine New Yorker Jury sprach den Star 2022 frei. Andere Klagen wurden zurückgezogen oder wegen Verjährung abgewiesen. In einem Prozess vor einem Londoner Gericht, in dem vier Männer Spacey sexuelle Übergriffe vorgeworfen hatten, gab es 2023 ebenfalls einen Freispruch für den Schauspieler. Ein für Oktober geplanter Prozess gegen Spacey wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe wurde nach einer außergerichtlichen Einigung ausgesetzt, wie die Nachrichtenagentur PA im März berichtet hatte. Im vergangenen Jahr hatte eine Wohltätigkeitsorganisation Spacey am Rande des Filmfestivals mit einem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Das sorgte für Aufsehen, auch wenn die Filmfestspiele selbst nichts damit zu tun hatten. In seiner Dankesrede hatte Spacey sich gegen die sogenannte Cancel-Culture ausgesprochen, also gegen das öffentliche Ächten oder Boykottieren von Personen, denen Fehlverhalten vorgeworfen wird.