Folge des Iran-Kriegs: EU-Kommission halbiert Wachstumsprognose für Deutschland

Datum21.05.2026 11:31

Quellewww.zeit.de

TLDRDie EU-Kommission hat ihre Wachstumsprognose für Deutschland im Jahr 2026 auf 0,6 Prozent halbiert, maßgeblich bedingt durch die gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs. Diese Preissteigerungen, verursacht durch die Blockade der Straße von Hormus, dämpfen die Wirtschaftstätigkeit. Auch die Prognosen für die EU insgesamt und die Eurozone wurden gesenkt. Die Bundesregierung und das IW rechnen ebenfalls mit einem stark gedämpften Wachstum für Deutschland. Eine leichte Erholung wird für 2027 erwartet, falls sich die Energiemärkte stabilisieren.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Folge des Iran-Kriegs“. Lesen Sie jetzt „EU-Kommission halbiert Wachstumsprognose für Deutschland“. Wegen der hohen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs hat die Europäische Kommission ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland im Jahr 2026 halbiert. Die Konjunkturexperten erwarten lediglich einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,6 Prozent. Im Herbst hatten sie noch mit einem Wachstum von 1,2 Prozent gerechnet.Auch in der Europäischen Union insgesamt dürfte die Entwicklung schwächer verlaufen als gedacht. Hier senkte die EU-Kommission die Wachstumsprognose von 1,4 Prozent auf 1,1 Prozent. Für die 21 Staaten der Eurozone wurde sie auf 0,9 Prozent reduziert. Bis zum Kriegsbeginn Ende Februar sei man von einem moderaten Wachstum und einem Rückgang der Inflation ausgegangen, heißt es in der Mitteilung der Kommission. Wegen des starken Anstiegs der Energiepreise verliere die Wirtschaftstätigkeit an Schwung, die Inflation steige.  "Als Nettoenergieimporteur ist die Wirtschaft der EU besonders anfällig für den durch den Konflikt im Nahen Osten verursachten Energieschock", heißt es in der Mitteilung. Seit Beginn des Iran-Kriegs kam es zu Preissprüngen etwa bei Öl und Gas. Grund ist die faktische Blockade der für die weltweite Energieversorgung wichtigen Straße von Hormus. Die Bundesregierung hatte ihre Erwartungen Ende April halbiert und rechnet in diesem Jahr nur noch mit einem Mini-Wachstum von 0,5 Prozent. Auch das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) senkte seine Prognose und erwartet nun noch ein Wachstum von 0,4 Prozent der deutschen Wirtschaft. Eine leichte Verbesserung der Lage erwartet die EU-Kommission im Jahr 2027, sofern sich die Lage auf den Energiemärkten entspanne. © dpa-infocom, dpa:260521-930-110191/2