Erdbeben erschüttert Neapel am Morgen

Datum21.05.2026 11:27

Quellewww.spiegel.de

TLDREin Erdbeben erschütterte Neapel und Umgebung am frühen Morgen. Das Epizentrum lag in den Phlegräischen Feldern, einem Supervulkan. Die Bewohner wurden aus dem Schlaf gerissen, viele flüchteten auf die Straßen. Schulen und Bahnverbindungen waren betroffen, leichte Schäden an Gebäuden entstanden. Die Intensität des Bebens, das etwa eine halbe Stunde andauerte, war vergleichbar mit früheren Erdbeben in der Region.

InhaltUm kurz vor 6 Uhr wurden die Menschen durch Erdstöße geweckt: Ein Erdbeben hat Neapel und Umgebung erschüttert. Das Epizentrum lag in einem Supervulkan. Ein Erdbeben hat die süditalienische Stadt Neapel und die Umgebung am Morgen erschüttert. Um kurz vor 6 Uhr wurden zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner durch heftige Erdstöße aus dem Schlaf gerissen. Viele flüchteten auf die Straßen. Die Erschütterungen waren in verschiedenen Stadtteilen Neapels zu spüren. Die Beben dauerten etwa eine halbe Stunde. Mehrere Schulen bleiben am Donnerstag sicherheitshalber geschlossen. Im Nahverkehr fielen am Morgen zahlreiche Zugverbindungen aus, weil Strecken gesperrt wurden. An Häusern waren neue Risse zu erkennen. An einem Aussichtspunkt mit Panoramablick über die Bucht von Neapel stürzte ein Torbogen teilweise ein. Das Epizentrum lag nach offiziellen Angaben in den Phlegräischen Feldern, einem sogenannten Supervulkan, der sich über den Westen der Stadt hinaus aufs Mittelmeer erstreckt. Größere Schäden wurden zunächst nicht bekannt. Die Phlegräischen Felder liegen nur wenige Kilometer von der Millionenstadt Neapel entfernt. Der Supervulkan mit einer Ausdehnung von etwa 15 mal zwölf Kilometern wird von Wissenschaftlern und Anwohnern seit Jahren genau beobachtet. In der dicht besiedelten Region kommt es immer wieder zu Erdbeben. Die Phlegräischen Felder gelten wegen der gewaltigen Magmakammer unter dem Vulkansystem als Supervulkan. Aus der Magmakammer steigen heiße Gase auf, etwa Schwefelwasserstoff, Kohlenmonoxid oder Kohlendioxid. Sie erhitzen den Untergrund, sorgen dafür, dass er sich dehnt und die Oberfläche anhebt. Mehr dazu lesen Sie hier . Im März 2025 hatte ebenfalls ein Beben der Stärke 4,4 in der Region Panik ausgelöst; mehrere Menschen wurden leicht verletzt. Im Mai und Juni 2025 folgten weitere Erdstöße der Stärke 4,4 und 4,6 in den Phlegräischen Feldern. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, erinnert das aktuelle Beben in seiner Intensität und Dauer an das Beben vom Juni vergangenen Jahres. Es sei mit einer Stärke von 4,6 das heftigste der vergangenen 40 Jahre gewesen. Ein Ausbruch der Phlegräischen Felder vor rund 40.000 Jahren hatte Auswirkungen auf das Weltklima. Die jüngere Zunahme der Aktivität wird mit Gasen aus Magma in Verbindung gebracht, die Druck auf die Oberfläche ausüben und Risse im Boden verursachen können.