Datum21.05.2026 11:23
Quellewww.zeit.de
TLDRIm Podcast "Alles gesagt?" sprechen Saba-Nur Cheema und Meron Mendel, Deutschlands bekanntestes muslimisch-jüdisches Ehepaar, über ihren Kampf gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit. Sie teilen ihre persönlichen Hintergründe und diskutieren aktuelle Konflikte wie den 7. Oktober und dessen Auswirkungen auf den interreligiösen Dialog. Das Paar betont die Wichtigkeit einer offenen Streitkultur, um trotz unterschiedlicher Perspektiven Einigkeit zu finden.
InhaltSie sind das bekannteste muslimisch-jüdische Ehepaar Deutschlands. Im Podcast sprechen sie über ihre Herkunft und ihren Kampf gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit. Sie sind das bekannteste muslimisch-jüdische Ehepaar Deutschlands und setzen sich gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit ein und für eine offene Streitkultur. Jetzt sind Saba-Nur Cheema und Meron Mendel zu Gast im unendlichen Podcast Alles gesagt?. Im Gespräch erzählen die beiden, wie sie aufgewachsen sind: sie als Tochter pakistanischer Geflüchteter in Frankfurt am Main, er in einem streng sozialistischen Kibbuz in der israelischen Wüste. Cheema berichtet von der Verfolgung der Ahmadiyya-Gemeinde in Pakistan, die ihrer Mutter beinahe das Leben kostete, und davon, dass sie als Grundschülerin das Tagebuch der Anne Frank las – eine Lektüre, die ihren weiteren Weg maßgeblich prägte. Mendel erzählt von seiner Zeit in der israelischen Armee, seinem Weg nach Deutschland und der Frage, warum er ausgerechnet im Land der Täter seine Heimat fand. Gemeinsam sprechen sie über den 7. Oktober und dessen Folgen für den jüdisch-muslimischen Dialog, über die Documenta-Debatte, über Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus in Deutschland. Sie erklären, warum sie ihr Urteilsvermögen nicht auslagern wollen und wie sie es schaffen, als Paar über die schmerzhaftesten Konflikte der Gegenwart zu streiten – und sich trotzdem einig zu sein. Saba-Nur Cheema wurde 1987 in Frankfurt am Main geboren. Ihre Eltern flohen aus Pakistan nach Deutschland. Sie studierte Politikwissenschaft und Geschichte an der Goethe-Universität in Frankfurt, arbeitete als pädagogische Leiterin an der Bildungsstätte Anne Frank, berät die Bundesregierung zu Muslimfeindlichkeit und ist als Antirassismustrainerin tätig. Am Tag der Aufnahme erschien ihre Promotion, eine Studie zu Antisemitismus in der frühen Kindheit. Meron Mendel wurde 1976 in Israel geboren und wuchs in einem Kibbuz auf. Er studierte Geschichte und Erziehungswissenschaften in Haifa und München und promovierte an der Goethe-Universität Frankfurt. Er leitet die Bildungsstätte Anne Frank und ist seit 2021 Professor für transnationale Soziale Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences. Das ZEITmagazin nannte ihn 2024 den "Public Intellectual der Stunde". Seit fast fünf Jahren schreiben die beiden ihre gemeinsame Kolumne Muslimisch-jüdisches Abendbrot in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die auch als Buch erschienen ist. Sie erhielten für Ihre Arbeit das Bundesverdienstkreuz und die Buber-Rosenzweig-Medaille. Nach fünf Stunden und 34 Minuten beenden die beiden das Gespräch, denn das kann bei Alles gesagt? nur die Gästin oder Gast. Produktion: Pool Artists Redaktion: Sophie Hübner, Hannah Schraven, Vincent Mank Gästemanagement: Paula Georgi, Anna Vahldick Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an: allesgesagt@zeit.de.