Datum21.05.2026 11:00
Quellewww.zeit.de
TLDRSuzanne Vega lieh bei den Dresdner Musikfestspielen der Oper "Einstein on the Beach" von Philip Glass ihre Stimme. Die konzertante Aufführung mit dem Collegium Vocale Gent und dem Ensemble Ictus wurde vom Publikum begeistert gefeiert. Das Kultwerk der Minimal Music, das Albert Einstein thematisiert und auf Wiederholungen setzt, war bereits 2022 für Tonträger aufgenommen worden.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Musik“. Lesen Sie jetzt „Suzanne Vega leiht einer Oper ihre Stimme“. Klangrausch im Festspielhaus Hellerau: Die Dresdner Musikfestspiele haben mit einer Aufführung der Oper "Einstein on the Beach" von Philip Glass den Nerv des Publikums voll getroffen. Nach dreieinhalb Stunden Aufführungsdauer ohne Pause wollte der Beifall im Festspielhaus Hellerau kein Ende nehmen. Die US-amerikanische Sängerin und Songwriterin Suzanne Vega ("Luka") trug die Textpassagen eines Werkes vor, das Kultstatus besitzt und in Dresden konzertant aufgeführt wurde. Mit dem Collegium Vocale Gent war ein anerkannter Weltklasse-Chor beteiligt. Auch das belgische Ensembles Ictus unter Leitung von Tom de Cock brillierte. In dieser Besetzung war "Einstein on the Beach" 2022 in der Hamburger Elbphilharmonie für Tonträger aufgenommen worden. Nicht zuletzt die Klangregie von Alexandre Fostier trug in Dresden maßgeblich zum Hörerlebnis bei. Die Oper besitzt keine durchgehende Handlung. Auf Namensgeber Einstein wird unter anderem mit mehreren Geigensoli Bezug genommen. Der Physiker Albert Einstein galt als leidenschaftlicher Hobby-Geiger. "Als ich klein war, gehörte Einstein zu meinen Helden", schrieb der Komponist in seinem Buch "Music by Philip Glass": "Wenn man, wie ich, nach Kriegsende aufwuchs, war es unmöglich nicht zu wissen, wer Einstein war. Die empathischen und zugleich katastrophenschwangeren Anfänge des nuklearen Zeitalters hatten die Atomenergie zum meistdiskutierten Thema jener Tage gemacht." "Einstein on the Beach" hatte den Komponisten Philip Glass nach der Uraufführung 1976 berühmt gemacht. Ursprünglich war das Werk sogar auf fünf Stunden ohne Pause anberaumt worden. Dem Publikum wurde vorgeschlagen, sich während der Aufführung nach Belieben zu entfernen und wieder im Saal zu erscheinen. Auch in Dresden machten viele Zuschauer davon Gebrauch. Musiker und Sänger nutzten Passagen, in denen sie nicht am Geschehen beteiligt waren, für Entspannungsübungen im Bühnenhintergrund. Minimal Music besitzt eine große Fangemeinde und kann ein außergewöhnliches Klangerlebnis bewirken. Sie zeichnet sich vor allem durch die sogenannte Patterntechnik aus, die kurze rhythmische beziehungsweise rhythmisch-melodische Formeln vielfach wiederholt. In der Überlagerung dieser Pattern entsteht trotz der inneren Motorik ein äußerlich statisch wirkendes Klanggebilde. Für den Hörer bleiben die musikalischen Strukturen dabei immer vieldeutig: Das Gleiche kann quasi aus immer neuen Perspektiven wahrgenommen werden. © dpa-infocom, dpa:260521-930-109999/1