Sophie Adenot: Warum die Astronautin auf der ISS keine Haare verliert

Datum21.05.2026 09:33

Quellewww.spiegel.de

TLDRAstronautin Sophie Adenot erklärt auf der ISS, warum ihre langen Haare nicht ausfallen. In der Schwerelosigkeit fehlt die Kraft, die Haare vom Kopf zu lösen. Totes Haar sammelt sich stattdessen in ihrer Bürste an, statt im Lüftungssystem zu landen. Dies demonstriert sie in Videos, trägt ihre Haare im Alltag aber meist praktisch zusammengebunden.

InhaltEine Haarbürste, Schwerelosigkeit und ein Aha-Moment: Esa-Raumfahrerin Sophie Adenot erlebt auf der ISS regelmäßig ein faszinierendes physikalisches Phänomen. An jedem Sonntagvormittag dreht die französische Esa-Astronautin Sophie Adenot kurze Videoclips  auf der Internationalen Raumstation (ISS). Darin erklärt die 43-jährige Hubschrauber-Testpilotin ihren Social-Media-Fans physikalische Phänomene in der Schwerelosigkeit. Mal geht es in den Kurzfilmen aus 400 Kilometer Höhe um schwebende Wassertropfen, mal um das Verhalten von Kreiseln in der Schwerelosigkeit, mal um die Frage, wie man im Weltall eigentlich Dinge wiegt. Doch ein physikalisches Phänomen lässt sich auch direkt an der Raumfahrerin selbst beobachten: Die langen blonden Haare schweben meist offen um ihren Kopf. Adenot ist die zweite Französin im All – und nicht die erste Raumfahrerin, die ihre Haare offen trägt. Doch sie zelebriert ihre Frisur bewusst. In einer Live-Videoschalte  mit europäischen Journalistinnen und Journalisten berichtete Adenot am Mittwoch von einem verblüffenden physikalischen Effekt, den sie regelmäßig erlebt: "Die Haare fallen nicht heraus" – denn dafür sei eine Kraft nötig. Doch die fehle in der Schwerelosigkeit, so Adenot, die auch zu diesem Termin ihre Haare offen trug. Auch bei der Astronautin sterben natürlich regelmäßig Haare ab, das ist Teil des normalen Haarzyklus und kein Anzeichen für krankhaften Haarausfall. Ein Verlust von bis zu 100 Haaren pro Tag gilt als normal. Damit sie sich vom Kopf lösen, braucht es im Weltall jedoch einen Einfluss von außen. Adenot erklärte, sie bürste ihre Haare zweimal täglich. "Das ganze Haar sammelt sich in meiner Bürste und fällt nicht auf den Boden" – und landet damit auch nicht im Lüftungssystem der Raumstation. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Sich auf der ISS die Haare zu waschen ist grundsätzlich möglich, aber es funktioniert anders als auf der Erde. Astronautinnen und Astronauten nutzen ein spezielles Shampoo, das nicht ausgespült werden muss. Ein Sicherheitsproblem für die Arbeit auf der Raumstation seien ihre langen Haare nicht, berichtete Adenot. Trotzdem trage sie die Haare im Alltag normalerweise zusammengebunden, weil das praktischer sei. Wenn sie aber ihre Erfahrungen mit der Öffentlichkeit teile, blieben die Haare absichtlich offen: "Das macht richtig viel Spaß." Adenot ist seit Mitte Februar auf der Raumstation. Läuft alles nach Plan, soll ihre Mission "Epsilon" insgesamt neun Monate dauern.