Eishockey-WM: Deutschland verliert gegen USA – Diskussion um Grubauer-Szene

Datum21.05.2026 07:57

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie deutsche Eishockey-Nationalmannschaft verlor bei der WM mit 3:4 nach Penaltyschießen gegen die USA und holte den ersten Punkt. Enttäuschend war eine umstrittene Szene, als ein Tor der USA zählen durfte, obwohl Torwart Grubauer den Puck in der Fanghand hatte. Bundestrainer Kreis verzichtete auf eine "Challenge", da die Schiedsrichter dies nicht zuließen und eine Strafzeit drohte. Deutschland hat weiterhin Chancen auf das Viertelfinale.

InhaltNationaltorwart Philipp Grubauer hatte die Hand auf dem Puck, doch die Schiedsrichter pfiffen nicht ab: Diese WM-Szene sorgte für Ärger. Deutschland verlor gegen die USA – hat aber immer noch Chancen. Trotz der vierten Niederlage im vierten Spiel hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft weiter Chancen auf das WM-Viertelfinale. Beim 3:4 (1:1, 2:1, 0:1) nach Penaltyschießen in Zürich gegen Weltmeister USA holte das Team von Bundestrainer Harold Kreis immerhin den ersten Punkt bei der Weltmeisterschaft. Das WM-Turnier ist für das deutsche Team jedoch noch nicht vorbei: Mit drei Erfolgen in den restlichen Gruppenspielen gegen Ungarn am Freitag (16.20 Uhr; TV: ProSieben und MagentaSport), Österreich und Großbritannien ist die K.-o.-Runde weiter drin. Besonders bitter: Einen Sieg nach regulärer Spielzeit wurde durch einen umstrittenen Ausgleich der USA durch Pittsburghs Tommy Novak (55.) verhindert. Was war passiert? Der deutsche Eishockey-Nationaltorwart Philipp Grubauer hatte seinen Fanghandschuh auf den Puck gelegt, doch die Schiedsrichter pfiffen nicht ab. Stattdessen stocherte Declan Carlile die Scheibe heraus, und Novak erzielte den Ausgleich. Der NHL-Goalie beschwerte sich lautstark bei den Schiedsrichtern, doch es half nichts. Der Treffer zählte, das Spiel ging in die Verlängerung, das deutsche Team verlor nach Penaltyschießen. "Ich war zweimal mit der Fanghand drauf. Ich weiß nicht, wie lange ich die Scheibe festhalten soll", sagte Grubauer, "es ist bitter, dass so eine Situation uns das Spiel kostet. Es ist fragwürdig, dass sie das Tor haben zählen lassen." Zudem war der 34-Jährige überrascht, dass Bundestrainer Harold Kreis nicht den Videobeweis forderte: "Ich weiß nicht, warum wir nicht gechallenged haben." Kreis begründete seinen Verzicht auf die "Coach’s Challenge" mit einer Auskunft der Referees. "Der Schiedsrichter hat gesagt, für so eine Aktion gibt es keine Challenge", sagte der Bundestrainer. In der Tat ist der Fall, dass ein Torhüter die Scheibe mit der Fanghand blockiert, sie aber vom Gegenspieler frei geschlagen wird, bevor der Unparteiische abpfeift, im Regelbuch und den Erläuterungen des Weltverbands IIHF nicht explizit aufgeführt. Hinzu kommt, dass die Szene aus den verschiedenen TV-Kameraperspektiven nicht eindeutig zu erkennen war. Mit einer "Challenge", die durch die Videobilder nicht zu belegen ist, hätte Kreis eine Strafzeit gegen sein Team riskiert. Das hätte fünf Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit den Punktgewinn noch in Gefahr gebracht.