US-Eliteuniversität: Harvard begrenzt Vergabe von Bestnoten

Datum21.05.2026 02:25

Quellewww.zeit.de

TLDRHarvard begrenzt die Vergabe von Bestnoten ("A") für Bachelorstudierende auf maximal 20% pro Kurs plus vier weitere Studierende ab Herbst 2027. Ziel ist die Eindämmung der Noteninflation, die laut Erhebung von 24% (2005) auf 60% (2025) gestiegene "A"-Noten. Professoren befürchten einen Verlust der akademischen Integrität und erkennen darin eine Gefahr für Spitzenleistungen und Motivation. Die Universitätsleitung hält die Regelung für einen wichtigen Schritt zur Wiederherstellung der Aussagekraft von Noten.

InhaltRund 60 Prozent der Bachelorstudierenden in Harvard schließen Lehrveranstaltungen mit der Bestnote "A" ab. Die Lehrkräfte wollen das ändern. Sie stimmten für eine Quote. Die Harvard University hat für ihre Bachelorstudiengänge eine Obergrenze für Bestnoten eingeführt. Zwei Drittel der Lehrkräfte, die in den vergangenen Wochen ihre Stimme abgaben, sprachen sich dafür aus, dass pro Lehrveranstaltung höchstens ein Fünftel der Studierenden die Bestnote "A" bekommen darf, plus maximal vier weitere Studierende. Die Änderung soll ab Herbst 2027 gelten. Die renommierte US-Universität will damit versuchen, die sogenannte Noteninflation einzudämmen. Einer Erhebung zufolge stieg die Zahl der "A"-Noten in den vergangenen Jahren. Während ihr Anteil im Jahr 2005 bei 24 Prozent lag, war er 2015 bei 40 Prozent. 2025 stieg der Anteil auf 60 Prozent. Viele Professoren und Dozenten sehen darin eine Gefahr für die akademische Integrität, da Noten ihre Aussagekraft verlieren und echte Spitzenleistungen schwerer erkennbar würden. Die Harvard-Dekanin für die sogenannte Undergraduate-Ausbildung, Amanda Claybaugh, hatte bereits im Oktober in einem Bericht gewarnt, die Noteninflation schade der akademischen Kultur der Universität. Studierende würden dadurch motiviert, nur noch Kurse zu wählen, in denen sie Bestnoten erwarten könnten. Zugleich steige der Stress durch schlechtere Bewertungen, während das Gefühl echter Leistung verloren gehe. Claybaugh bezeichnete die neue Begrenzung als "wichtigen Schritt". Damit könnte sichergestellt werden, dass das Benotungssystem wieder seinen zentralen Zweck erfülle und tatsächliche Spitzenleistungen anerkenne. Die neue Regelung setzt keine Obergrenzen für schlechtere Noten wie "A-". Die Universität vergibt zudem keine Note A+.