Datum21.05.2026 01:39
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir sorgte mit einem Video für Empörung, das ihn verspottend zwischen gefesselten Gaza-Aktivisten zeigt. Deutschland verurteilt dies als "unsägliches Verhalten" und "vollkommen inakzeptabel". Israels Außenminister und Ministerpräsident distanzierten sich ebenfalls. Der Stopp der Hilfsflotte und die Festnahme der Aktivisten waren die Folge. Das Video rief internationale Kritik hervor.
InhaltIsraels Polizeiminister Ben-Gvir hat einen Clip veröffentlicht, der gefesselte Aktivisten der internationalen Gaza-Hilfsflotte verhöhnt. Die Reaktion im In- und Ausland ist scharf – auch aus dem deutschen Außenministerium. Die diplomatische Kontroverse rund um Itamar Ben-Gvir zieht weitere Kreise. Nachdem ein Video des israelischen Polizeiministers publik wurde, das Gaza-Aktivisten in demütigender Weise zeigt, hat auch Außenminister Johann Wadephul das Verhalten des Politikers als "vollkommen inakzeptabel" bezeichnet. "Es widerspricht den Werten, für die Deutschland mit Israel gemeinsam stehen will, fundamental", sagte Wadephul der Nachrichtenagentur dpa. Er sei seinem israelischen Amtskollegen Gideon Sa’ar dankbar "für die klaren Worte, die er für dieses unsägliche Verhalten gefunden hat". Saar hatte in Richtung Ben-Gvir erklärt: "Sie haben unserem Staat mit dieser schändlichen Darbietung wissentlich Schaden zugefügt – und das nicht zum ersten Mal." Das Video, das auf Ben-Gvirs X-Account veröffentlicht wurde, hatte scharfe Kritik ausgelöst (mehr hier). Es zeigt den Minister mit einer Gruppe Anhängern und eine israelische Flagge schwenkend zwischen gefesselten und knienden Aktivisten der internationalen Gaza-Hilfsflotte in der israelischen Hafenstadt Aschdod. "Willkommen in Israel, wir sind hier die Hausherren", ruft er auf dem Video, auf dem er die Aktivisten auch verspottet. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Israels Außenministerium meldete den vollständigen Stopp der aus 51 Booten bestehenden Gaza-Hilfsflotte. An der Flotte hatten sich etwa 430 Aktivisten beteiligt, die von Israel festgehalten werden. Auch der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu hatten sich vom Verhalten Ben-Gvirs distanziert. "Die Art und Weise, wie Minister Ben-Gvir mit den Aktivisten der Flotte umgegangen ist, entspricht nicht den Werten und Normen Israels", erklärte er. Die internationale Reaktion war deutlich ausgefallen: Ende April hatten israelische Streitkräfte bereits eine Hilfsflotte für den Gazastreifen in internationalen Gewässern vor Griechenland gestoppt. 175 propalästinensische Aktivisten gingen auf der griechischen Insel Kreta an Land. Zwei Aktivisten wurden nach Israel gebracht und dort zehn Tage lang festgehalten. Auch Ende 2025 hatte schon einmal eine Hilfsflotte versucht, in den Gazastreifen zu gelangen. Die Schiffe wurden damals von der israelischen Marine aufgebracht, die Besatzungsmitglieder wurden festgenommen und anschließend ausgewiesen.