Rüstungsindustrie: Bundesregierung will bei Rüstungskonzern KNDS einsteigen

Datum20.05.2026 21:32

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Bundesregierung plant einen Einstieg bei Rüstungskonzern KNDS, um strategische Interessen zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten. Ursprünglich sind 40 Prozent Anteile geplant, die über zwei bis drei Jahre auf 30 Prozent reduziert werden sollen. KNDS entwickelt unter anderem ein deutsch-französisches Panzersystem. Der Wert des Unternehmens wird auf 20 Milliarden Euro geschätzt. Der Einstieg unterstreicht die Bedeutung der heimischen Rüstungsindustrie für die deutsche Sicherheitspolitik.

InhaltDie Bundesregierung will sich in gleicher Höhe wie der französische Staat an KNDS beteiligen. Der Konzern entwickelt unter anderem ein deutsch-französisches Panzersystem. Die Bundesregierung hat sich auf einen Einstieg beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS geeinigt. Die Beteiligung solle zunächst bei 40 Prozent liegen, berichten übereinstimmend die Nachrichtenagenturen dpa, AFP und Reuters unter Berufung auf Regierungskreise. "In einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren" soll diese demnach auf 30 Prozent sinken. Aktuell befindet sich das Unternehmen, das unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2 herstellt, zu gleichen Teilen im Besitz der französischen Regierung und einer deutschen Familie. Im Juli vergangenen Jahres hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erstmals einen Staatseinstieg in KNDS ins Spiel gebracht. "Wir brauchen die Staatsbeteiligungen, davon bin ich fest überzeugt – auch, um sicherzustellen, dass Know-how und Arbeitsplätze in Deutschland erhalten bleiben", sagte Pistorius im Oktober dem Handelsblatt. KNDS ist mit weiteren Unternehmen an der Entwicklung des deutsch-französischen Kampfpanzersystems Main Ground Combat System (MGCS) beteiligt. Das Unternehmen KNDS, dessen Wert aktuell auf 20 Milliarden Euro geschätzt wird, will demnächst an die Börse gehen. Wie viel die deutsche Regierung für die Beteiligung zahlt, ist aktuell noch unklar. Die Anteile der deutschen und französischen Regierung sollen in den kommenden Jahren parallel absinken, beide Regierungen sollen die gleichen Stimmrechte im Unternehmen haben. Über ​die Höhe einer möglichen Beteiligung stritten zuletzt vor allem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Verteidigungsminister Pistorius. Der SPD-Politiker wollte einen möglichst hohen Anteil von 40 Prozent, Reiche favorisierte einen geringeren Anteil. Auch CSU-Chef Markus Söder hatte sich aber für eine starke deutsche Staatsbeteiligung ausgesprochen, da die großen Produktionsstandorte von ‌KNDS in Bayern liegen. Die Federführung beim Einstieg Deutschlands Staates soll das Wirtschaftsministerium erhalten. ​Es solle sich aber mit dem Verteidigungsressort abstimmen müssen, sagte ein Regierungsvertreter.