Datum20.05.2026 20:28
Quellewww.spiegel.de
TLDREin US-Bürger wird in der Berliner Charité wegen Ebola behandelt. Auf Ersuchen der US-Behörden sollen nun auch seine Frau und vier Kinder aus dem Kongo nach Berlin geflogen und in der Spezialisolierstation der Charité versorgt werden. Die Familie galt als Kontaktperson, war symptomfrei und negativ getestet. Der Ebola-Ausbruch im Kongo ist alarmierend, da es weder Impfstoff noch Therapie für die seltene Variante gibt.
InhaltEin US-Bürger wird in Berlin wegen einer Ebola-Infektion behandelt. Nun sollen auch seine Frau und seine Kinder in die deutsche Hauptstadt ausgeflogen werden – auf Ersuchen der US-Behörden. Die Berliner Charité nimmt auch die Familie des US-amerikanischen Ebola-Patienten auf. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Die Ehefrau und vier Kinder des Mannes sollen ebenfalls in die Sonderisolierstation des Universitätsklinikums gebracht werden. US-Behörden hätten ein entsprechendes Hilfeersuchen gestellt. Der Amerikaner hatte sich in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Ebola-Virus angesteckt. Für die Behandlung wurde er nach Berlin ausgeflogen. Dort kam er am frühen Morgen an und wird nun versorgt. Auch die Familienangehörigen hatten sich den Angaben zufolge zuvor im Kongo aufgehalten. Sie gelten als Kontaktpersonen des Infizierten. Zuletzt seien sie symptomfrei gewesen und negativ getestet worden, hieß es. Laut Ministerium werde die Familie wie zuvor der Mann mit einem Spezialflugzeug nach Deutschland geflogen – und in Berlin mit einem sogenannten Infektionsrettungswagen zur Klinik gebracht. Die Sonderisolierstation der Charité auf dem Campus Virchow-Klinikum ist eine geschlossene und geschützte Einheit: Sie ist getrennt vom regulären Klinikbetrieb. Es soll kein Kontakt zu anderen Patientinnen und Patienten entstehen können. (Wie Sonderisolationsstationen funktionieren, erklärt ein Chefarzt hier .) Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen: In der Demokratischen Republik Kongo und Uganda gibt es nach Angaben der WHO inzwischen mehr als 500 Verdachtsfälle und mehr als 130 vermutete Todesfälle, der Großteil davon im Kongo. Einige Dutzend Fälle wurden bislang im Labor bestätigt. Die seltene Bundibugyo-Variante des Virus brach vermutlich schon in der dritten April-Woche aus, aber blieb zunächst unentdeckt. Für sie gibt es weder einen Impfstoff noch eine Therapie. Der Ebola-Ausbruch in Afrika dürfte größer und weiter verbreitet sein, als die offiziellen Zahlen nahelegen. Warum der neue Ebola-Ausbruch beunruhigend ist, lesen Sie hier .