Datum20.11.2025 20:38
Quellewww.spiegel.de
TLDRFelipe Massa kämpft um seinen verlorenen Formel-1-Weltmeistertitel von 2008 und fordert 75 Millionen Euro. Ein Londoner Gericht hat seine Klage gegen die FIA, die Formel-1-Veranstalter FOM und Ex-Chef Bernie Ecclestone zugelassen. Massa argumentiert, dass ein vorsätzlicher Unfall von Nelson Piquet Junior beim "Crashgate" seinen Titel gekostet habe. Die Beklagten wiesen die Vorwürfe zurück und behaupteten, die Klage sei verfrüht. Der Richter stellte fest, dass Massa erst 2023 von der Klageoption erfuhr.
InhaltWegen eines vorsätzlichen Unfalls wurde Felipe Massa 2008 nicht Formel-1-Weltmeister – behauptet er selbst. Den Titel und 75 Millionen Euro will er rechtlich erstreiten. Ein Gericht in London hat seine Klage nun zugelassen. Der ehemalige Formel-1-Pilot Felipe Massa kann seinen Kampf um den verlorenen Weltmeister-Titel im Jahr 2008 vor Gericht fortsetzen. Der High Court in London hat entschieden, den Fall des 44 Jahre alten Brasilianers weiterzuverfolgen. Seine Klage richtet sich gegen den Automobil-Weltverband (Fia), den WM-Rechteinhaber Formula One Management (FOM) und den früheren Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Diese hatten zuletzt die Abweisung der Klage beantragt. Neben dem Titel geht es in dem Verfahren auch um mindestens 75 Millionen Euro für entgangenes Preisgeld und Werbeeinnahmen. Massa hatte die Klage im März 2024 eingereicht. Hintergrund ist ein Vorfall beim Rennen in Singapur 2008: das sogenannte "Crashgate". Auf dem engen Kurs krachte damals der Brasilianer Nelson Piquet Junior mit seinem Renault absichtlich in die Leitplanken. Der Unfall und die dadurch ausgelöste Safety-Car-Phase ermöglichten Piquet Juniors damaligem Teamkollegen Fernando Alonso den Sieg (mehr dazu lesen Sie hier). Massa, der damals für Ferrari fuhr, hatte zuvor lange geführt. Es stellte sich heraus, dass Flavio Briatore, damals Teamchef von Renault, und Pat Symonds, damals Technikchef des Rennstalls, den Unfall im viertletzten Saisonrennen angeordnet hatten. Beide wurden gesperrt, später aber wieder begnadigt. Am Saisonende gewann der Lewis Hamilton den Titel mit einem Punkt Vorsprung auf Massa. Der Brasilianer ist der Ansicht, dass er ohne das "Crashgate" Weltmeister geworden wäre. Laut Massa wurde die Kollision von Piquet Junior nicht sofort untersucht, womit der Weltverband gegen seine eigenen Regeln verstoßen habe. Die Fia, FOM und Ecclestone weisen die Vorwürfe zurück. Sie argumentieren unter anderem, dass die Klage zu spät eingereicht worden sei und Massa in Singapur eine schlechte Leistung gezeigt habe. Der Richter am High Court sagte hingegen, Massa habe bis zur Veröffentlichung eines Interviews mit Ecclestone im Jahr 2023 nicht gewusst, dass er klagen könne.