Datum17.05.2026 06:12
Quellewww.zeit.de
TLDRNach einem Jahr SPD-geführter Regierung suchen die Grünen eine Annäherung an die Union, da die CDU/CSU mit den Sozialdemokraten unzufrieden ist. Grüne sehen sich als offenere Alternative. Jedoch ist eine zukünftige Schwarz-Grüne Koalition nicht unproblematisch. Parallel plant Israel eine Klage gegen die New York Times wegen eines Artikels über angebliche sexuelle Gewalt von Israelis. Die Zeitung verteidigt ihren Autor und die Faktenprüfung.
InhaltNach einem Jahr Schwarz-Rot suchen die Grünen die Nähe der Union. Wie realistisch wäre eine gemeinsame Koalition im Bund? Und: Israel will die "New York Times" verklagen. Im vergangenen Bundestagswahlkampf waren die Grünen für CDU und CSU noch Ideologen, mit denen man lieber nicht regieren wollte. Nach etwa über einem Jahr Regierungsarbeit mit der SPD wächst innerhalb der Union jedoch der Frust über die Sozialdemokraten – und die Grünen kommen manchen in der Union auf einmal wieder als die bessere Alternative vor. Das sorgt für Genugtuung bei den Grünen: "In der Not verhärtet sich die SPD immer weiter. Wir Grüne dagegen sind denkoffener und natürlich auch sozial, aber nicht so strukturkonservativ wie die Sozialdemokraten", schätzt etwa die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge die Lage ein. Wo die beiden Parteien zusammenfinden könnten und wieso die mögliche Koalition trotzdem nicht ganz reibungsfrei wäre, erklärt ZEIT-Autorin Jana Hensel. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu möchte die New York Times wegen Verleumdung anklagen. Hintergrund ist ein Meinungsartikel des Mediums, in dem der Autor Nicholas Kristof schreibt: "Palästinenser haben mir von einem Muster verbreiteter israelischer sexueller Gewalt gegen Männer, Frauen und sogar Kinder berichtet – durch Soldaten, Siedler, Vernehmer des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet und, vor allem, Gefängniswärter." Kristof gibt an, mit 14 betroffenen Männern und Frauen gesprochen zu haben. Kritiker zweifeln jedoch an den Quellen des Autors, wie etwa dem Euro-Med Human Rights Monitor, dem Israel zahlreiche Verbindungen zur Hamas vorwirft. Die Redaktion der New York Times stellt sich aber hinter den Autor: Man habe die Fakten überprüft und unabhängige Experten befragt. Wie belastbar sind die Beweise des Artikels? Und könnte eine Klage Israels in den USA Erfolg haben? Diese und weitere Fragen beantwortet ZEIT-Politikredakteur Jan Roß, der aus Israel berichtet. Und sonst so? So viel kostet ein Hund über sein ganzes Leben sein Herrchen. Moderation und Produktion: Erica Zingher Mitarbeit: Lisa Pausch und Benjamin Probst Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de.