Elmo-Kostüm statt Kutte: Ein Pfleger als Plüsch-Biker

Datum17.05.2026 05:00

Quellewww.zeit.de

TLDREin Krankenpfleger aus Schwerin verkleidet sich als Elmo und fährt Motorrad, um Menschen Freude zu bereiten. Inspiriert von einem Helmüberzug für seine Tochter, zieht er mit weiteren Biker-Freunden in bunten Plüschkostümen durch die Stadt. Sascha, der anonym bleiben möchte, sieht dies als positiven Kontrast zu seinem anspruchsvollen Beruf auf der Intensivstation, bei dem er nicht immer die gewünschte Zuwendung geben kann. Er begeistert bereits Kitas und Seniorenheime mit seinen Auftritten.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Elmo-Kostüm statt Kutte“. Lesen Sie jetzt „Ein Pfleger als Plüsch-Biker“. Ein auffällig bunt verkleideter Motorradfahrer zieht in Schwerin derzeit unzählige Blicke auf sich. Der 40-jährige Biker Sascha cruist in einem roten Plüschkostüm als Sesamstraßenstar "Elmo" durch die Straßen der Landeshauptstadt - und sorgt immer wieder für freudige Gesichter bei Groß und Klein. Sein Ziel sei es, bei Kindern und Erwachsenen gute Laune zu verbreiten, berichtet er. Angefangen habe es damit, dass er seiner Tochter einen plüschigen Helmüberzug gekauft habe. "Irgendwann habe ich den Blödsinn dann mitgemacht."  Mittlerweile haben sich Sascha und seiner achtjährigen Tochter Johanna auch ein paar weitere bunt verkleidete Biker angeschlossen. "Schwarze Lederkutte und ein Totenkopf - das kann jeder", sagt er. Mit Plüschverkleidung müsse man sich erst einmal heraustrauen. "Das war auch nicht so einfach am Anfang", gibt er zu. Im vergangenen Dezember war Sascha auch als Weihnachtsmann mit seiner 750 Kubikmeter starken Cruiser-Maschine unterwegs und verteilte Süßigkeiten an Kinder. An Ostern begeisterte er als verkleideter Osterhase die Passanten. Auch Kitas und Senioreneinrichtungen hätten angefragt, ob er vorbeikommen könne, sagt der 40-Jährige. Sascha ist eigentlich Krankenpfleger in einer Intensivstation und betreut schwerstkranke Patientinnen und Patienten, wie er sagt. "Aufgrund des ökonomischen Drucks im Krankenhaus ist man nicht immer zu 100 Prozent in der Lage, das zu machen, was man eigentlich als Pfleger gerne machen möchte", sagt er. Obwohl er seinen Beruf mag, sei er nicht immer erfüllend. Kostümiert umherzufahren und Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, sei ein schöner Kontrast dazu.  Sein Gesicht will Sascha aber nicht zeigen. Der Reiz, nicht zu wissen, wer hinter der Elmo-Verkleidung stecke, solle nicht verloren gehen, erklärt er. "Im Endeffekt geht es auch nicht zwangsläufig um mich." © dpa-infocom, dpa:260517-930-89479/1