Energiepreise: US-Sanktionen gegen russischen Ölsektor wieder vollständig in Kraft

Datum17.05.2026 03:15

Quellewww.zeit.de

TLDRDie USA haben ihre vorübergehend gelockerten Sanktionen gegen den russischen Ölsektor wieder vollständig in Kraft gesetzt. Diese waren Mitte März angesichts hoher Energiepreise infolge des Iran-Kriegs zur Beruhigung der globalen Energiemärkte erlassen worden. Die Ausnahmeregelung wurde international und innerhalb der USA, auch von Demokraten, kritisiert, da Russland die Einnahmen zur Kriegsfinanzierung nutzt und keine Entlastung für US-Benzinpreise zu sehen war. Die Rücknahme wird im Kontext steigender Spritpreise und bevorstehender US-Kongresswahlen gesehen.

InhaltWegen der hohen Energiepreise infolge des Irankriegs hatten die USA ihre Sanktionen auf russisches Öl vorübergehend gelockert. Die Ausnahmeregelung lief nun aus. Die USA haben ihre vorübergehend aufgehobenen Sanktionen gegen den russischen Ölsektor wieder in Kraft gesetzt. Eine entsprechende Ausnahmeregelung lief in der Nacht aus. Bislang gibt es keinen Hinweis, dass Lockerung erneut verlängert werden soll.  Die US-Regierung hatte in Reaktion auf die gestiegenen Ölpreise Mitte März Sanktionen auf den Verkauf von russischem Öl, das bis zu einem bestimmten Zeitpunkt verladen wurde, gelockert und später verlängert. Zahlreiche Länder hatten die Aufweichung von Sanktionen gegen Russland kritisiert.  In den USA gibt es seit Jahren Sanktionen, die den russischen Ölsektor betreffen. Mit ihrer Ausnahmeregelung wollten die USA globale Energiemärkte beruhigen. Russland wiederum nutzt die Einnahmen aus der Ölindustrie zur Finanzierung seines Kriegs gegen die Ukraine – deshalb war die Lockerung der US-Sanktionen höchst umstritten. Sie wurde sowohl im Ausland kritisiert als auch von den Demokraten in den USA. Die demokratischen Senatorinnen Jeanne Shaheen und Elizabeth Warren hatten die Regierung von Präsident Donald Trump am Freitag aufgerufen, die jüngste Ausnahme nicht zu verlängern: "Das Finanzministerium muss endlich seine schlecht durchdachte Politik beenden, Russland dabei zu helfen, noch mehr Geld aus Präsident Trumps rücksichtslosem Krieg im Iran zu schlagen", schrieben sie in einer gemeinsamen Mitteilung. Mit Blick auf den Benzinpreis in den USA gebe es zudem keine Anzeichen dafür, dass die Maßnahme die Kosten für amerikanische Familien senke. Der Benzinpreis ist in den USA seit Beginn des Kriegs im Iran erheblich gestiegen. An diesem Samstag mussten Amerikaner für eine Gallone – das sind 3,785 Liter – im Schnitt 4,52 US-Dollar (3,88 Euro) zahlen, wie aus einer Übersicht des Automobilverbands AAA hervorgeht. Zu Beginn des Irankriegs lag der Wert im Schnitt noch bei 2,98 US-Dollar. Für Trump und seine Republikaner ist der gestiegene Spritpreis ein unbequemes Thema. Denn in den USA sind viele Menschen auf ihr Auto angewiesen – und der Blick richtet sich zunehmend auf die wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress im Herbst.